Bei dem Fall ging es um heimliche Videoaufnahmen in der Dusche
Privatleben nicht ausreichend geschützt

Menschenrechtsgerichtshof straft Schweden ab

Schweden hat gegen die Europäische Menschenrechtskonvention verstoßen und muss nun einer 25-jährigen Frau 10.000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Dies hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg entschieden.

Die Frau war als 14-Jährige von ihrem damaligen Stiefvater heimlich beim Duschen gefilmt worden. Da es in Schweden zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht verboten war, heimliche Videoaufnahmen anzufertigen, und der Stiefvater nicht vorhatte, diese zu veröffentlichen, wurde der Mann vom schwedischen Oberlandesgericht freigesprochen. Die Frau und ihr Anwalt legten daraufhin Beschwerde in Straßburg ein und bekamen dort nun schließlich Recht.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass Schweden durch die fehlende Gesetzgebung gegen Artikel 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention verstoßen hat, welcher das Privat- und Familienleben schützen soll. Neben Schmerzensgeld muss der schwedische Staat auch die Prozesskosten in Höhe von 29.700 Euro übernehmen. Seit 1. Juli diesen Jahres ist hierzulande nun ein entsprechendes Gesetz in Kraft, das heimliche Foto- und Videoaufnahmen in privaten Räumen unter Strafe stellt.

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