Ausbeutung oder Inspiration?

Sami kritisieren Modedesignerin Sjödén

Die neue Winterkollektion der schwedischen Modedesignerin Gudrun Sjödén ist von samischer Seite scharf kritisiert worden. Im Schwedischen Rundfunk warf die samische Kulturarbeiterin Liselotte Wajstedt Sjödén vor, das traditionelle Erbe der samischen Kultur auszubeuten und zu kommerzialisieren.

So vermische die Modeschöpferin in ihrer Kollektion Muster und Schnitte, die in der samischen Tradition nie gemischt werden dürften. Zudem nahm die Samin Anstoß daran, dass Sjödén eine Reihe ihrer Kollektion „lappros", also „Lappenrose", nenne. Der Begriff „Lappe", so Wajstedt, sei eine herabsetzende Bezeichnung für das samische Volk.

Sjödén selbst reagierte mit Unverständnis auf die Kritik. Sie habe sich beim Entwurf ihrer Winterkollektion von ihren eigenen samischen Wurzeln inspirieren lassen. Künstlerische Freiheit erlaube es außerdem, sich von traditionellen Vorgaben zu trennen. Auch könne sie nichts Abwertendes in dem Begriff „Lappe" erkennen.

Die schwedische Modedesignerin Gudrun Sjödén startete ihr Modelabel im Jahr 1969 und ist mittlerweile in mehr als 40 Ländern, darunter auch Deutschland, vertreten.

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