Protest gegen Privatisierungspläne

Studenten besetzen Universitäten

Studenten in den großen schwedischen Universitätsstädten haben am Donnerstag zur Besetzung mehrerer Hochschulen aufgerufen. Damit wollen sie gegen die Pläne der Regierung protestieren, die ermöglichen sollen, dass staatliche Universitäten in private Stiftungen umgewandelt werden können.

Über verschiedene soziale Netzwerke haben die Studenten ihre Kommilitonen und die Angestellten der Hochschulen zur Teilnahme an Demonstrationen in Lund, Göteborg, Uppsala, Stockholm und anderen Städten aufgerufen. Nach den Demos sollen dann einige Universitätsgebäude besetzt werden. Andrea Malesevic, eine der Initiatorinnen, sagte der Zeitung Metro, dass sie sich eine starke Studentenbewegung - "wie 1968, nur besser" - erhoffe.

Die Studierenden befürchten, dass eine Umwandlung der staatlichen Universitäten in private Stiftungen zu Einsparungen vor allem bei geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Fächern und langfristig zur Einführung von Studiengebühren führen könnte. Der Vorschlag der Regierung hat das Ziel, den Hochschulen mehr Unabhängigkeit vom Staat zu ermöglichen. Die Umwandlung in eine Stiftung soll aber nur freiwillig stattfinden und ist hauptsächlich ein Thema für die größeren Unis. Nach diversen Fragezeichen zu den möglichen Auswirkungen wird der Vorschlag derzeit aber erneut überarbeitet und ist noch nicht beschlussreif.