Gewerkschaftssorgen

Arbeiter sympathisieren mit Rechtspopulisten

Jedes sechste Mitglied des schwedischen Gewerkschaftsdachverbandes LO will bei den nächsten Parlamentswahlen die rechtspopulistischen Schwedendemokraten (Sverigedemokraterna) wählen. Dies geht aus einer Untersuchung des Meinungsforschungsinstitutes Sifo hervor.

Besonders bei Männern im Alter zwischen 18 und 50, so das Institut, erfreuten sich die Rechtspopulisten großer Beliebtheit. Hier gaben  fast ein Drittel der Gewerkschaftsmitglieder an, bei den Parlamentswahlen im kommenden Jahr für die rechte Partei zu stimmen.

In einem Interview mit dem Schwedischen Fernsehen zeigte sich der stellvertretende LO-Vorsitzende Tobias Baudin beunruhigt über diese Entwicklung. Es sei ein Anlass zur Sorge, meinte Baudin, dass die Gewerkschaftsmitglieder eine Partei stützten, die die Idee des gleichen Wertes aller Menschen nicht anerkenne. 

Nach Ansicht von Experten gibt es mehrere Gründe für die Haltung der Gewerkschaftsmitglieder.  Zum einen sei die Auffassung weit verbreitet, dass ausländische Arbeitskräfte den Schweden die  Arbeitsplätze wegnähmen. Zum anderen sympathisierten viele potentielle Wähler der Schwedendemokraten mit dem konservativen Geschlechter- und Familienbild der Partei.

In dem den Sozialdemokraten nahestehenden Gewerkschaftsfachverband LO sind insgesamt 14 verschiedene Gewerkschaftsorganisationen zusammengeschlossen. Sie vertreten  rund 1, 5 Millionen Arbeiter und Arbeiterinnen aus ganz Schweden.