Hartnäckige Eltern

Gespräche helfen nicht gegen "Ehren"gewalt

Die Leiterin eines Pilotprojektes zur Bekämpfung von Gewalt im Namen der „Familienehre", hat eindringlich davor gewarnt, bei dieser Arbeit auf die Kooperation mit den Eltern zu setzen.

Im Schwedischen Rundfunk meinte Azam Qarai, mit dieser Methode riskiere man das Leben der betroffenen Kinder.

Das Projekt in Stockholm umfasste 21 Familien, deren Kinder wegen so genannter „Ehrengewalt" ihr Zuhause verlassen hatten. Ziel war es, die Eltern durch Gespräche dazu zu bringen, ihre Einstellung gegenüber Fragen wie Sexualität und dem Recht auf ein selbstbestimmtes Leben zu ändern. Viele Eltern, so das Fazit einer Mitarbeiterin, hätten jedoch nur gesagt, was die Behörden hören wollten, um ihre Kinder zurückzubekommen - ohne ihre Einstellung wirklich zu ändern.

Das habe dazu geführt, dass von den 21 Beteiligten eine junge Frau nach der Wiedervereinigung mit ihrer Familie ermordet wurde, von einer weiteren jede Spur fehle und zwei Mädchen zwangsverheiratet wurden.