Lob für den umstrittenen Ex-Premier
Kritik an Bildt

Zu viel des Guten über Sharon?

Eine Twitternachricht des schwedischen Außenministers Carl Bildt, in der er den am Samstag verstorbenen israelischen Ex-Premierminister Ariel Sharon würdigt, hat für massive Kritik gesorgt. 

In seinem Tweet bezeichnete Bildt Sharon unter anderem als „brillanten militärischen Befehlshaber“ und „weisen Staatsmann, der die Notwendigkeit von Frieden erkannt hat“. Parlamentsabgeordnete der Linkspartei und der Grünen nannten diese Aussagen „tragisch“ und „äußerst provokant“. Auch aus der Zentrumspartei, die Teil der bürgerlichen Regierungskoalition ist, kamen kritische Worte. So sagte die außenpolitische Sprecherin des Zentrums, Kerstin Lundgren, sie habe ein anderes Bild von Sharon. Er sei verantwortlich gewesen für mehrere Verstöße gegen das Völkerrecht wie zum Beispiel die Invasion im Libanon und die Massaker in den Flüchtlingslagern von Sabra und Shatila im Jahr 1992.

Bildt selbst reagierte gelassen auf die Kritik. Es gehöre zum guten Ton, in einem derartigen Zusammenhang die positiven Seiten eines Menschen hervorzuheben.

Sharon, der nach achtjährigem Koma am Samstag im Alter von 85 Jahren starb, war einer der umstrittensten Politiker Israels. In seiner Zeit als Verteidigungsminister galt er als ausgesprochener Hardliner in der Palästinenserfrage. Später als Regierungschef vollzog er jedoch einen Kurswandel und setzte den Abzug Israels aus dem Gazastreifen durch.

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