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Fokus: Schweden-Balkan

Mit Spionage gegen internationales Verbrechen

Publicerat torsdag 16 januari 2014 kl 13.49
"Illegale Waffenlager sind gut gefüllt"
(4:55 min)
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Gefälschtes Viagra ist nur eines von vielen raubkopierten Arzneimitteln, die nach Schweden geschmuggelt werden. Hier im Bild ist allerdings die echte Ware zu sehen (AP Photo / pfizer, William Vazquez / TT)
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Laut Eva Fröjelin, Leiterin der Behörde zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität, gehen 90 Prozent der Ressourcen in Spionagetätigkeiten (Hansjörg Kissel / Radio Schweden)

Schwedische Behörden gehen mit immer ausgefeilteren Methoden gegen internationales Verbrechen vor.

Um den teilweise hochkomplexen Verbrechensnetzwerken in Europa auf die Spur zu kommen, setzen viele Behörden ihre Ressourcen auf nachrichtendienstliche Ermittlungsarbeit. Auf der Sicherheitskonferenz „Folk och Försvar“ in Sälen wurden kriminelle Verbindungen zwischen Schweden und den Balkanländern näher beleuchtet.

„Der Warenfluss nach Schweden ist enorm, denn das Land ist nun einmal ein Großimporteur aller möglicher Produkte“, sagte die Leiterin des schwedischen Hauptzollamts, Therese Mattson. „Illegale Waren werden unter die legalen gemischt. Außerdem gibt es den direkten Schmuggel gefährlicher oder unerlaubter Produkte. Von allen Zolldelikten hat etwa die Hälfte einen Ursprung in der westlichen Balkanregion.“

Waffen und Drogen

Laut Untersuchungen der EU-Behörde für Verbrechensanalyse (EU Office for Criminal Intelligence) machen Waffen und Drogen den Großteil illegaler Lieferungen aus manchen Regionen auf dem Balkan aus. Heroin und Kokain sind dabei die Hauptdrogen, aber auch große Mengen Marihuana werden beispielsweise im Kosovo zum Verkauf in Europa produziert. Der Leiter der EU-Behörde, Michael Rawlinson, spricht von etwa 900 Tonnen Cannabis jedes Jahr.

Aber auch andere illegale Waren, die auf den ersten Blick nicht ganz so gefährlich erscheinen, spielen eine bedeutende Rolle: „Die meisten Leute finden es doch ziemlich nett, im Urlaub eine gefälschte Chanel-Tasche zu kaufen“, so Zollamts-Chefin Therese Mattson. „Bei anderen raubkopierten Produkten wie Arzneimitteln, giftigem Spielzeug oder elektrischen, lebensbedrohlichen Artikeln hört der Spaß aber auf. Dies muss natürlich vom Gesetzgeber diskutiert werden, aber ich denke, dass es ebenso wichtig ist, ein allgemeines Bewusstsein für solche Probleme herauszubilden. Und zwar nicht nur bei uns Behörden, die für Verbrechensbekämpfung zuständig sind, sondern auch in der Bevölkerung. Denn so lange es Käufer gibt für solche Waren, so lange werden diese auch in unser Land kommen.“

Viele Schusswaffen vom Balkan

Im vergangenen Jahr hatten verschiedene Stadtteile in Göteborg aufgrund zahlreicher Schusswechsel die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich gezogen. Auf der Sicherheitskonferenz in Sälen bestätigte nun der Leiter der schwedischen Kriminalpolizei, Henrik Malmquist, dass viele dieser Gewalttaten mit Schusswaffen ausgeführt wurden, die mitunter vom Balkan nach Schweden geschmuggelt wurden:

„Die meisten illegalen Schusswaffen kommen von außerhalb Schwedens. Man muss feststellen, dass die illegalen Waffenlager in Schweden gut gefüllt sind. Bei Waffen ist es ja nicht so wie bei Drogen – sie verderben nicht und können auf viele Jahre gelagert werden. Nach Benutzung werden sie wieder ins Lager zurückgelegt und später wiederverwendet.“

Behördenzusammenarbeit in Europa als Lösung

Als eines der effektivsten Mittel bei der Bekämpfung komplexer internationaler Verbrechensstrukturen wird die Zusammenarbeit von Behörden beschrieben. Die gemeinsame Aktion gegen das sogenannte Södertälje-Netzwerk wird hier als Paradebeispiel vorgeführt, und Kripo-Chef Malmquist nennt Schweden ein leuchtendes Vorbild für Europa bei der Behördenzusammenarbeit.

Welche Formen der Zusammenarbeit auf europäischem Niveau bereits bestehen, erklärte Eva Fröjelin, Leiterin der Behörde zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität (Ekobrottsmyndigheten), im Gespräch mit Radio Schweden.

„Abgesehen vom Europäischen Polizeiamt `Europol´ gibt es auch die EU-Justizbehörde `Eurojust´. Dort haben wir einen Staatsanwalt sitzen, der enge Verbindungen mit Justizvertretern aus anderen Ländern knüpfen kann. Wenn wir in Schweden einen Fall mit internationalen Verstrickungen vorliegen haben, so können wir auf diesem Weg Dokumente oder Buchhaltung zu Fällen erhalten, in denen in anderen Ländern ermittelt wird.“

Meisten Ressourcen für Spionage

Fröjelin würde es auch begrüßen, wenn die EU beispielsweise einen gemeinsamen Staatsanwalt hätte oder die Bankkonteneinsicht in Europa erweitert würde. Gleichzeitig sieht die Behördenchefin großes Potenzial in der bereits bestehenden Zusammenarbeit. Um den oftmals komplexen Firmenstrukturen hinter der internationalen Kriminalität auf die Schliche zu kommen, betreibt die Behörde zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität sogar Spionage:

„Wir nehmen Hinweise entgegen, forschen nach und überwachen. Seit 2005 können wir nachrichtendienstliche Aktivitäten durchführen – ein wesentlicher Teil unserer Arbeit. Anstatt veraltete Buchhaltung durchzusehen, können wir in Echtzeit Verbrechen stoppen. Jedes Jahr liegen uns etwa 6.000 Fälle vor, und die nachrichtendienstliche Ermittlung erfasst dabei etwa 10 Prozent. Von unseren Ressourcen her investieren wir jedoch 90 Prozent auf diese Art der Ermittlung, denn hier wird eine Verbrechenskategorie umfasst, der als sehr kritisch und gefährlich betrachtet wird.“

Hansjörg Kissel

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