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„The Phoenix Is Closer Than It Appears” von Thilo Frank 2010 (Foto: Kunsten – Museum of Modern Art, Aalborg, Dänemark)
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Verwirrende Erlebnisse vor und in Thilo Franks Spiegelwürfel (Foto: Kunsten – Museum of Modern Art, Aalborg, Dänemark)
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„Circumpolar lantern” spielt mit den architektonischen Linien des Bildmuseums und der umgebenden Landschaft (Foto: Bildmuseum Umeå)
Kulturhauptstadt 2014

Schaukeln im Spiegelkubus

"Mein Werk ist das Erlebnis des Besuchers"
2:31 min

Die offizielle Eröffnung des Kulturjahres in Umeå ist zwar erst am 31. Januar, aber schon jetzt laufen die Veranstaltungen an. Dabei ist nicht alle Kunst im hohen Norden samisch. So stellt das Bildmuseum seit Sonntag zwei Installationen des Berliners Thilo Frank aus.

Thilo Frank will den Betrachter seiner Kunst zum Mitmachen einladen und geradewegs in den Weltraum führen.

„Wichtig ist, dass ich bei meiner Arbeit immer versuche, für den Besucher eine Situation zu öffnen. Das heißt, ihn diesen letzten Schritt selbst gehen zu lassen“, erläutert Frank seine Arbeit.

Besuche im All

Er bietet dem Besucher ein besonderes Erlebnis in einem besonderen Raum. Schon im Eingangsbereich hängt Franks neue Schöpfung „Circumpolar lantern”. Diese Installation hat er eigens für das Bildmuseum Umeå geschaffen. Mithilfe von Licht und Form soll die Arbeit beeinflussen, wie der Betrachter diesen Ort erlebt. Die geometrische Installation erinnert an Objekte am Sternenhimmel, die nie untergehen.

Auch Thilo Franks anderes Werk von in Umeå führt zu den Sternen. Im obersten Stockwerk befindet sich die große Spiegelinstallation „The Phoenix Is Closer Than It Appears”, eine Leihgabe des Museums für moderne Kunst im dänischen Aalborg.

Wer den weiten Museumssaal mit seinen weißen Wänden betritt, versteht zunächst nicht richtig, was man eigentlich sieht. Der Raum erscheint leer. Dann entdeckt man in der Mitte das eigene Spiegelbild und das der Landschaft draußen. Beide werden von einem verspiegelten Würfel mit einer Seitenlänge und Höhe von acht Metern reflektiert. Aber dieser erste, äußere Eindruck wird noch vertieft, beschreibt Frank seine Konstruktion.

„Innen drin sind alle sechs Seiten - auch der Fußboden und die Decke, verspiegelt. Und eine Schaukel ist aufgehängt.“

Fließende Übergänge

Wenn man die Tür zu diesem Spiegelraum öffnet, betritt man eine eigene Welt ohne exakte visuelle Grenzen. Licht und Reflexe, Weite und Bewegung nehmen den Betrachter voll in Anspruch. Beim Schaukeln überkommt manche Besucher das unwirkliche Gefühl, ins All hinaus katapultiert zu werden. Sie fühlen sich desorientiert, Wände, Decke und Fußboden scheinen ineinander überzugehen.

Die Besucher und ihre Eindrücke sind wichtig, betont Thilo Frank, ohne sie gebe es das Kunstwerk nicht: „Im Spiegelkubus existiert mein Werk ohne den Betrachter gar nicht. Alles andere außen herum ist eigentlich nur eine Szenerie. Wichtig ist, was kognitiv passiert und wie die Arbeit danach weiterleben kann.“

Kerstin Berggren /Sybille Neveling

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