Ein gerissenes Brustimplantat von PIP
Klage gegen Göteborger Klinik

Brustimplantate-Skandal kommt vor Gericht

Der Skandal um minderwertige Brustimplantate des französischen Herstellers PIP wird auch in Schweden ein rechtliches Nachspiel haben. Zwei Frauen haben nun gegen eine Klinik in Göteborg Klage eingereicht.

Die Frauen sind der Ansicht, dass sie von der Klinik nicht ausreichend informiert wurden, nachdem der weitere Verkauf von PIP-Implantaten im März 2010 verboten worden war. Eine der Klägerinnen sagte dem Schwedischen Rundfunk, dass das Personal der Klinik zunächst verneint habe, dass ihr überhaupt Implantate des in die Schlagzeilen geratenen Herstellers eingesetzt wurden. Erst nach anderthalb Jahren wiederholter Fragen habe man dies schließlich zugegeben.

Der Chef der Klinik wies die Vorwürfe zurück. Man habe alles in seiner Macht stehende getan, um die Patienten vor negativen Auswirkungen zu schützen. Die Implantate habe man aber ursprünglich in dem Glauben gekauft, dass diese qualitativ hochwertig seien. Die Kosten für die Entfernung hat die Klinik schließlich übernommen, zu Gratis-Ersatz ist man aber nicht bereit.

Insgesamt sind in Schweden etwa 4.000 Frauen Implantate der Marke PIP eingesetzt worden. Da diese aus billigem Industriesilikon hergestellt sind, besteht die Gefahr, dass sie leicht reißen und Entzündungen auslösen können. Der Gründer des Hersteller-Unternehmens war im Dezember von einem französischen Gericht zu vier Jahren Haft verurteilt worden, weil er seine Kunden jahrelang getäuscht habe.

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