Die Proteste in Kiew sind in den vergangenen Tagen eskaliert
Demonstrationen und Zusammenstöße in Kiew

Bildt fordert Reaktion gegen ukrainische Führung

Nach der Eskalation der Gewalt in der Ukraine mit fünf Toten und Hunderten Verletzten hat sich Schwedens Außenminister Carl Bildt für eine deutliche Reaktion der Europäischen Union ausgesprochen. Es könne für die EU jetzt kein business as usual mehr geben, sagte Bildt im Schwedischen Rundfunk.

Im Umgang mit dem Regime in Kiew müsse man jetzt anders vorgehen. Als mögliche Maßnahmen nannte der Außenminister Reisebeschränkungen für einzelne Personen und eingefrorene Konten, jedoch keine offiziellen Sanktionen. An der "außerordentlich ernsten" und "explosiven Situation" in der Ukraine sei vor allem Präsident Janukowitsch schuld, der sich unter russischem Druck für ein Ende der Annäherung an die EU entschieden habe. Ein europäischer Sondergesandter ist inzwischen auf dem Weg nach Kiew.

Auch der außenpolitische Sprecher der schwedischen Sozialdemokraten, Urban Ahlin, forderte eine deutliche Antwort der EU auf die Gewalt gegen Demonstranten in Kiew. Die Union und auch der schwedische Außenminister müssten sich darüber hinaus aber selbstkritisch eingestehen, dass sie im Vorfeld mehr für ein Zustandekommen des Assoziationsabkommens mit der Ukraine hätten tun können, so Ahlin im Schwedischen Rundfunk. Schweden hatte ein solches Abkommen vor dem Scheitern der Verhandlungen aktiv unterstützt. 

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