Wer hinter Schwedischen Gardinen saß, hat es später schwer auf dem Arbeitsmarkt
Regierung überprüft geltende Regeln

Führungszeugnis bei Jobsuche immer wichtiger

Immer mehr Schweden bestellen ein polizeiliches Führungszeugnis über ihre eigene Vergangenheit, um dies einem potenziellen Arbeitgeber vorlegen zu können. Innerhalb der letzten zehn Jahre hat sich die Zahl der Anträge mehr als verfünffacht.

Dies geht aus einer Statistik der obersten Polizeibehörde hervor, aus der die Zeitung Dagens Nyheter zitiert. Demnach wurden im vergangenen Jahr über 220.000 Führungszeugnisse von Privatpersonen beantragt. 2003 hatte es nur gut 40.000 Bestellungen gegeben. Seitdem ist die Zahl aber jedes Jahr gestiegen.

Von Seiten der Regierung arbeitet man derzeit an einer Überprüfung der geltenden Regeln. Eine Juristin aus dem Arbeitsmarktministerium sagte Dagens Nyheter, man sei der Auffassung, dass es einen gewissen Missbrauch des Rechts auf Einsicht in das Polizeiregister gebe und dass dieser in den letzten Jahren zugenommen habe. Eine eigens eingesetzte Expertenkommission soll im April Vorschläge dazu vorlegen, wie die Integrität des Einzelnen besser geschützt und gleichzeitig dem Bedürfnis der Arbeitgeber, so viel wie möglich über ihre potenziellen Mitarbeiter zu erfahren, Rechnung getragen werden kann.

Derzeit gilt in einigen Bereichen, darunter bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die Vorschrift, dass dem Arbeitgeber vor einer Neuanstellung ein polizeiliches Führungszeugnis vorgelegt werden muss. Bei der Regierung zeigt man sich grundsätzlich offen für eine Ausweitung dieser Regelung auf einige andere Branchen. Die meisten der heute erstellten Führungszeugnisse legen Arbeitssuchende aber mehr oder weniger freiwillig vor, um bei der Jobsuche nicht sofort aussortiert zu werden.

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