Optimistisch: Arne Ljungqvist
Doping

Schwedischer Experte glaubt an saubere Spiele

"Fliegt man heute nicht auf, dann morgen"
2:27 min

An die  5000 Sportler kämpfen bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi um die begehrten Medaillen. Wird dieser Kampf fair ausgetragen werden – oder wird der eine oder andere unerlaubte Substanzen zu Hilfe nehmen? Arne Ljungqvist, Vorsitzender der Medizinischen Kommission des Internationalen Olympischen Komitees und seit vier Jahrzehnten engagiert im Kampf gegen Doping, glaubt an saubere Spiele.

”Es ist heutzutage schwer, sich zu dopen, ohne erwischt zu werden”, so Ljungqvist im Schwedischen Rundfunk. „Mittlerweile haben wir zudem eine Regel, die es uns gestattet, Tests zu wiederholen, die wir vor bis zu acht Jahren gemacht haben. Unsere Methoden werden immer besser, und wenn man heute nicht auffliegt, dann eben morgen.“ Noch nie zuvor sind vor dem Beginn Olympischer Spiele so viele Doping-Tests  ausgeführt worden wie diesmal. Während der Veranstaltung selbst sind an die 2500 Kontrollen geplant, rund 350 mehr als bei den Spielen vor vier Jahren.

Kontrolleure mit scharfen Waffen

Im Wettlauf mit den immer ausgeklügelteren Dopingmethoden liege man nun endlich vorn, meint Arne Ljungqvist, der schon in den 1970-er Jahren zu den Pionieren im Kampf gegen Doping zählte. Zu den scharfen Waffen zählt er heute die verbesserten Analysemethoden, Stichproben zwischen den Wettkämpfen sowie Biologische Pässe, oft Blutpässe genannt, in denen Daten aus medizinischen Kontrollen eines Sportlers gesammelt werden. Bei den Olympischen Sommerspielen vor zwei Jahren lautete das viel diskutierte Stichwort  Gendoping. Doch auch dieser Dopingvariante, bei der dem Körper Gene zugeführt werden, die leistungssteigernde Stoffe produzieren sollen, wird man laut Ljungqvist bald Paroli bieten können. „Wir haben keinen Beleg dafür, dass Gendoping überhaupt vorgekommen ist“, betont er. „Wir wissen, dass daran Interesse besteht. Aber hinsichtlich von Kontrollmöglichkeiten, ob Gendoping stattgefunden hat, stehen wir kurz vor einem Durchbruch.“

Die Konkurrenz schläft nicht

Doch nicht nur Ljungqvist als Stimme der olympischen Veranstalter gibt sich optimistisch. Auch die Widersacher schärfen ihre Waffen. Dass vor den Spielen bereits ein paar Sportler des Dopings überführt und dass die Pläne eines russischen Wissenschaftlers vereitelt wurden, ein neues, Muskel vergrößerndes Präparat zu verkaufen, mag zum einen Arne Ljungqvist Recht geben. Zum anderen lässt es darauf schließen, dass Gerüchte vom nahen Tod des Doping wohl übertrieben sind.

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