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Elterngeld

Schwedische Väter bleiben öfter zu Hause

"Rekordzahlen kein Grund zum Jubeln"
3:13 min
Vater und Kind vereint - kein allzu seltener Anblick in Schweden

Die schwedischen Väter nehmen immer mehr Elternzeit in Anspruch.

Fast ein Viertel aller Elterntage wird mittlerweile von den Männern übernommen, was einen neuen schwedischen Rekord darstellt. Dass aber auch im gleichberechtigten Schweden der Löwenanteil der Kindererziehung nach wie vor von den Frauen gestemmt wird, verstimmt nicht zuletzt so manchen männlichen Besucher einer Krabbelgruppe in Stockholm:

Anders Persson ist seit einer Woche zu Hause mit Tochter Amanda. Er gehört damit zu der großen Mehrzahl der schwedischen Väter, die zumindest einen gewissen Teil der verfügbaren Elternzeit in Anspruch nehmen. Für das vergangene Jahr kann die zentrale Versicherungsbehörde (Försäkringskassan) zwar neue Rekordwerte vermelden – beim Besuch des in Stockholm äußerst beliebten Eltern-Kind-Centers im zentralgelegenen Kulturhaus sticht aber dennoch sofort ins Auge, dass die Mütter zahlenmäßig bei Weitem dominieren. „Ich besuche verschiedene Krabbelgruppen in Stockholm und es wird doch immer wieder deutlich, dass dort fast nur Mütter hingehen“, so Anders Persson. „Wirklich schade, wie ich finde. Das ist doch so eine gute Möglichkeit, sein Kind besser kennenzulernen."

Tradition hoher Väterbeteiligung

24,8 Prozent der verfügbaren Elterntage sind im vergangenen Jahr von Vätern übernommen worden, so die neueste Statistik. Das sind 0,4 Prozent mehr als im Vorjahr und etwa doppelt so viele wie noch im Jahr 2000. In der Regel sind die von Vätern betreuten Kinder zwischen zwei und drei Jahren alt. Im internationalen Vergleich liegt Schweden mit seiner langjährigen Tradition der Elternzeit – seit 1974 schon gibt es ein einkommensbezogenes Elterngeld – weit über dem Durchschnitt: Etwa 80 Prozent aller Väter nehmen hierzulande zumindest einen kleinen Teil ihrer Elternzeit in Anspruch. Zum Vergleich: in Deutschland liegt diese Väterbeteiligung laut dem Bundesamt für Statistik bei etwa 27 Prozent. Für die staatliche Versicherungsbehörde sind die neuen schwedischen Rekordwerte aber dennoch kein Grund zum Jubeln.

Rekordwert kein Grund zum Jubeln

„Ich würde sagen, dass 24,8 Prozent der Elterntage keine gute Ziffer darstellen“, sagt Niklas Löfgren, ein Sprecher der Försäkringskassan, dem Schwedischen Rundfunk. „Die Väter übernehmen ungefähr drei Monate Kleinkindbetreuung, die Mütter weitaus mehr. Positiv ist aber, dass sich die Entwicklung auf dem richtigen Weg befindet.“

Laut Löfgren zeichnet sich zunehmend ein gesellschaftlicher Trend ab, wonach vor allem Paare mit höherer Ausbildung und mehr oder weniger gleichem Gehalt die Kinderbetreuung ebenmäßig unter sich aufteilen. Löfgren glaubt, dass die Reformen der vergangenen Jahre diese zunehmende Angleichung in Gang gebracht haben.

Reformen tragen Früchte

Die wirtschaftlichen Voraussetzungen für mehr Gleichberechtigung seien für weite Teile der Gesellschaft vorhanden. In vielen Familien herrsche die Ansicht vor, dass sie finanziell an einer gerechten Aufteilung der Elternzeit verlieren würden, weil die Väter allgemein mehr verdienen würden. Dies sei aber ein Trugschluss. Der sogenannte Gleichstellungsbonus („Jämställdhetsbonus“, der die gleichere Aufteilung der Elterntage belohnt – Anm. der Red.) würde dafür sorgen, dass Einkommensunterschiede von umgerechnet bis zu 560 Euro ausgeglichen würden. Als weiterer Anreiz sind zwei Monate der gesamten Elternzeit ausschließlich für die Väter reserviert.

Dennoch dürfte es statistisch gesehen noch weitere 26 Jahre dauern, bis Väter und Mütter die Verantwortung für ihre Kleinen voll und ganz gleichberechtigt aufteilen – und dies auch nur unter der Voraussetzung, dass sich die Väterbeteiligung im selben Takt weiterentwickelt. Dem könnten nicht zuletzt aber traditionelle Geschlechterrollen einen Strich durch die Rechnung machen, wie ein Bericht der Versicherungsbehörde zeigt: Selbst in Familien, in denen die Frau besser verdient, wird Teilzeitarbeit und Elternurlaub meist von den Müttern geschultert.

Hansjörg Kissel / SR Ekot

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