Wer erhält welche Aufmerksamkeit?
Neue Regierungsstudie

Schulen sollen Jungen stärker fördern

Die schwedischen Schulen unternehmen zu wenig, um die Noten der Jungen aufzubessern – zu diesem Schlusssatz kommt eine von der Regierung in Auftrag gegebene Untersuchung.

Es verstärke sich zunehmend das Bild, dass viele Lehrer es schlichtweg aufgegeben hätten, die Schulnoten der Jungen dem Niveau der Mädchen angleichen zu wollen, kommentierte der Untersuchungsleiter Svend Dahl das Ergebnis in der Tageszeitung Dagens Nyheter. Das allgemein vorherrschende Bild, dass Jungs schlichtweg unreif seien und dass nur wenig daran geändert werden könne, durchziehe das gesamte Schulsystem. Auf den Einwurf, dass Jungs in den Schulen generell mehr Aufmerksamkeit erhalten als Mädchen, sagte Dahl: „In diesem Fall müsste mehr Aufmerksamkeit auch zu besseren Ergebnissen führen. Vielleicht kriegen sie die falsche Art von Aufmerksamkeit.“

Normenkritisches Denken müsse stärker in den Schulen gefördert werden, so Dahl. Mehr Fokus müsse zudem auf die bei Jungs verbreitete „Anti-Lernkultur“ gelegt werden.

Der Vorwurf, dass schlechtere Noten eine Folge falschgerichteter Lehreraufmerksamkeit seien, wurde von beiden schwedischen Lehrer-Gewerkschaften scharf zurückgewiesen. Nicht die Lehrer seien schuld, sondern ihr Mangel an Zeit, so etwa die Vorsitzende des "Lärarförbundet", Eva-Lis Sirén.  

Trotz einer starken Notenaufbesserung im vergangenen Jahr liegt das Niveau der Jungen im Durchschnitt noch immer weit unter dem der Mädchen. Im letzten Pisa-Ranking hatten sich die männlichen Schüler in allen untersuchten Fächern verschlechtert.

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".