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Stiefkind Alternativmedizin

Kaum Hausgeburten in Schweden

Publicerat torsdag 13 februari 2014 kl 13.40
Schweden bietet keine Alternative zum Kreißsaal
(3:59 min)
Nicht für alle eine Alternative

Hausgeburten sind in Schweden deutlich schwerer durchzusetzen als bei den skandinavischen Nachbarn. Wie eine Untersuchung an der Sahlgrenska Akademie der Universität Göteborg zeigt, geschieht nur eine von tausend geplanten Geburten in den eigenen vier Wänden. In Schweden gibt es zum Kreißsaal kaum eine Alternative.

Vor drei Jahren kam Hanna de Marés Sohn Sixten zur Welt – zu Hause im Wohnzimmer. An ihrer Seite hatte sie eine Hebamme ihres Vertrauens, ihrerseits ausgestattet mit einem Notfallkoffer. Die Hausgeburt hatte Hanna de Maré von langer Hand geplant. Wenn sie im Juni zum zweiten Mal Mutter wird, will sie ihr Kind wieder daheim zur Welt bringen. 

„Das Allerwichtigste ist, dass eine Hebamme dabei ist, zu der ich Vertrauen habe und die mich kennt“, erklärt de Maré im Schwedischen Fernsehen. „Fast genauso wichtig ist mir die Umgebung. Ich brauche sehr viel Ruhe und will nicht, dass ständig die Tür auf und zu geht, und solche Bedingungen gibt es eben nur zu Hause.“ 

Unnötiges Risiko? 

In Schweden führt der Weg bei der Geburt in den allermeisten Fällen in den Kreißsaal. Nur im Krankenhaus in Danderyd bei Stockholm als auch im Södersjukhuset im Stockholmer Stadtteil Södermalm gibt es auch Geburtshäuser, wo nur Hebammen arbeiten und technische Geräte weitgehend in der Einrichtung verschwinden. Bei Komplikationen kann schnell ein Arzt aus dem Krankenhaus abgerufen werden. 

Mit dem Wunsch nach einer Hausgeburt stoßen Schwangere allerdings in Schweden auf taube Ohren. Hausgeburten gelten hierzulande als unnötiges Risiko für Mutter und Kind. Dan Andersson, Chefarzt in der Kinder- und Frauenklinik in Halland, auf die Hanna de Maré im Notfall angewiesen wäre, rät von einer Hausgeburt dringend ab. 

„30 Minuten sind im Falle von unerwarteten Komplikationen eine lange Zeit, etwa wenn das Kind nicht selbständig atmet. Ob man zu Hause ist oder schon im Krankenhaus, kann über Leben und Tod entscheiden.“ 

Kürzlich wurde in Schweden eine amerikanische Studie veröffentlicht, wonach die Sterblichkeitsrate bei Hausgeburten steigt. Europäische Studien stützen diese Forschungsergebnisse allerdings nicht. Es gibt demnach keine wissenschaftlichen Belege dafür, gesunden Frauen in Wohlstandsländern, deren Schwangerschaft normal verlaufen ist, strikt von einer Hausgeburt abzuraten. 

Schlusslicht Schweden 

Bei den skandinavischen Nachbarn stehen Hausgeburten weitaus häufiger auf der Tagesordnung als in Schweden, zeigt die Untersuchung der Sahlgrenska Akademie. Während hierzulande nur eine von tausend Frauen (0,1%) plant, ihr Kind zu Hause zu gebären, sind es in Dänemark zwei Prozent, in Norwegen und Island ein Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland sind es 1,7 Prozent. 

Forscherin Helena Lindgren bemängelt, dass es in Schweden zu der Krankenhausgeburt keine Alternative gibt: „Es wundert mich, dass der Abstand zwischen Schweden und den anderen nordischen Ländern so groß ist, und wir offenbar nicht in der Lage sind, dem Wunsch von Frauen nach einer Hausgeburt entgegen zu kommen.“ 

In den anderen nordischen Ländern gibt es Lindgren zufolge landesweite Richtlinien für Hausgeburten. In Schweden dagegen werden die Kosten für eine Hebamme nur von einer Provinz übernommen, nämlich Stockholm. Weil Hanna de Maré aber in der Provinz Halland wohnt, muss sie die umgerechnet 2.500 Euro selbst bezahlen. 

„Es ist schon bitter, doppelt zur Kasse gebeten zu werden, schließlich zahle ich Steuern wie alle anderen auch. Wenn ich mich aber entscheiden muss, dann bevorzuge ich eine Geburt zu meinen Bedingungen und bezahle auch gern dafür. Die Alternative ist keine Alternative für mich.“ 

Gefahr durch Geiz

Viele Eltern scheinen vor den Kosten für eine Hausgeburt zurückzuschrecken. Forscherin Lindgren mahnt: „Die schwerwiegende Konsequenz ist, dass Frauen in Schweden sich dazu entscheiden, ohne Hilfe einer Hebamme oder anderen erfahrenen Person zu gebären. Ungefähr jede fünfte Hausgeburt in Schweden findet ohne Assistenz statt.“

Liv Heidbüchel/Frida Björk, SVT

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