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Soran Ismail auf Geheiß von Intendantin Benkö in Quarantäne
Superwahljahr bei den Öffentlich-Rechtlichen

Rundfunk-Pause für parteiischen Komiker

"Wir sind eine unparteiische Arena"
3:49 min

Der bekannte schwedische Stand-Up-Komiker Soran Ismail ist von seiner Tätigkeit als Moderator beim Schwedischen Rundfunk wegen seiner parteiischen Haltung freigestellt worden. Wie die Rundfunkleitung sagte, passe Ismails deutliche Stellungnahme gegen die Schwedendemokraten kurz vor der Wahl nicht zu den Richtlinien des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Dies hat eine öffentliche Debatte ausgelöst.

Es war eine plötzliche Erkenntnis des Schwedischen Rundfunks: Der landesweit bekannte Komiker Soran Ismail ist so kurz vor der Wahl nicht der richtige Mann fürs Frühstücksradio im Jugendsender P3. Vergangenes Jahr wurde der Komiker für das Moderatorenteam der Sendung „Morgonpasset“ geworben, dessen Einschaltquote seit Jahren auf Talfahrt war. Seitdem geht es für die Sendung aufwärts. 

Dass Ismail mit seinen unmissverständlichen Ansichten über die Rechts-Außen-Partei der Schwedendemokraten in diesem Super-Wahljahr zum Problem werden würde, war 2013 offenbar noch nicht aktuell. In seinem Comedy-Programm geht es bei Ismail ständig um Rassismus und eben auch die Schwedendemokraten. 

Objektive Berichterstattung  

Dieser deutliche Bezug zu einer Partei ist für die Intendantin des Schwedischen Rundfunks, Cilla Benkö, nicht tragbar. Gegenüber Radio Schweden erklärte sie: „Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben vor jeder Wahl genaue Richtlinien, unter anderem für Ausgewogenheit der Sendungen. Wenn sich nun jemand aktiv am Wahlkampf beteiligen und deutlich Stellung für oder gegen eine Partei beziehen möchte, kann man nicht gleichzeitig eine wichtige Rolle in einem unserer Programme einnehmen.“

Das Angebot, seine Stand-Up-Tour abzusagen und im Wahlkampf jeglicher Meinungsmache abzuschwören, hat Ismail abgelehnt. Seine Stimme werde dennoch nicht völlig verstummen, versicherte Intendantin Benkö. Allerdings werde Ismail nur als politisch aktiver Gast auftreten – was sich durch Gäste anderer Couleur leichter ausbalancieren ließe. 

Staubige Regeln im Meinungsdschungel? 

Nach Ansicht von Gunilla Brodrej, Redakteurin bei der Boulevardzeitung Expressen, hätte der Schwedische Rundfunk schon heute im Programm gegensteuern können, ohne den beliebten Moderator vom Dienst freizustellen.

Dass die Berichterstattung  der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten weitaus unparteiischer sei als die anderer Medien, begrüßt Brodrej. Die strengen Regeln zum Wahljahr seien jedoch unzeitgemäß, sagte die Redakteurin gegenüber Radio Schweden. Dass nun gerade Soran Ismail vom Dienst befreit wurde, sei zudem inkonsequent. 

„Einer der Moderatoren der Wahlberichterstattung in P3 zum Beispiel war noch vor ein paar Jahren Leitartikler bei der liberalen Göteborgs-Posten. Würde man sich die Demonstrationsgewohnheiten der Mitarbeiter genauer ansehen, so würde man sicher einige finden, die auf Anti-Rassismus-Demos gehen. Der Schwedische Rundfunk hat ein unhaltbares Kontrollprojekt ins Leben gerufen, das der Registrierung der persönlichen Meinung gleicht.“ 

Diesen Vorwurf weist die Leitung des Schwedischen Rundfunks von sich. „Wir sind eine unparteiische Arena, in der alle Stimmen und Meinungen zu hören sind. Der Wähler soll sich selbst eine Meinung bilden können. Wir drücken uns ja deshalb nicht vor schwierigen Themen, aber wir betreiben eben keine Meinungsmache und erzählen der Bevölkerung nicht, wo sie ihr Kreuz machen soll“, so Cilla Benkö. 

Solidaritätsbekundung 

Der Fall Ismail zieht unterdessen immer weitere Kreise, zumal auch der Chefredakteur des sozialdemokratischen Arbetarbladet nicht länger an einer Expertenrunde des Lokalsenders P4 Gävleborg teilnehmen darf. Nicht nur mehrt sich die Kritik an der vermeintlichen Neutralität des Rundfunks und Fernsehens. Gerade die Frage, wie man sich als Mitarbeiter zum Thema Rassismus stellen soll, treibt viele auf die Barrikaden. 

So schreibt die berühmte Opernsängerin Malena Ernman am Nachmittag auf Twitter: „Ich bin Anti-Rassistin und Anti-Schwedendemokraten und kann daher heute Abend nicht wie vereinbart an der Sendung „Karlavagnen“ in P4 teilnehmen.“

Liv Heidbüchel/Ingrid Forsberg

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