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Ida Ingemarsdotter, Emma Wiken, Anna Haag und Charlotte Kalla liefen zum Gold (Foto: Kirsty Wigglesworth/TT)
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Gold auch für Lars Nelson, Daniel Richardsson, Johan Olsson und Marcus Hellner (Foto: TT. Montage: Sveriges Radio)
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Lars Nelson gibt Gas (Foto: Tobias Röstlund/TT)
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Ida Ingemarsdotter, Charlotte Kalla und Anna Haag jubeln (Foto: Tobias Röstlund / TT)
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Charlotte Kalla war im Endpsurt nicht zu halten (Foto: TT)
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Blumen für die Goldmädels Ida Ingemarsdotter, Emma Wikén, Anna Haag und Charlotte Kalla (Foto: TT)
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Königin Silvia und König Carl Gustaf sind entzückt von Johan Olsson und Daniel Richarsson (Foto: Pontus Lundahl / TT)
Historische Siege

Schweden schreibt olympische Langlaufgeschichte

3:55 min

Am Wochenende sind die Olympischen Spiele endlich auch in Schweden angekommen. Nach dem Gold in der Langlaufstaffel der Damen am Samstag legten die Herren am Sonntag ebenfalls eine Goldmedaille drauf. Schweden taumelt vor Freude. Nicht nur weil man im Langlauf bei Olympischen Spielen noch nie so erfolgreich war wie in Sotschi. Sondern natürlich auch, weil der Erzrivale aus Norwegen das Nachsehen hat.

Mit theatralischer Musik unterlegt berichtet die Hauptnachrichtensendung des Schwedischen Fernsehens am Sonntagabend über den jüngsten Triumph der schwedischen Langläufer. Die Staffel der Herren holt Gold vor Russland und Frankreich.

Am Tag zuvor hatten die Damen schon Gold geholt – in beindruckender Manier.

Denn Schlussläuferin Charlotte Kalla musste auf ihren 5 Kilometern einen Rückstand von 25 Sekunden aufholen – für den Sprecher des Schwedischen Rundfunks eine Unmöglichkeit.

Doch Kalla kämpfte sich heran und ließ die Konkurrenz aus Finnland und Deutschland hinter sich. Zum Verzücken der schwedischen Kommentatoren.

"Es geht was"

Ida Ingemarsdotter hatte ein Gefühl, dass an diesem Samstag was gehen könnte, wie sie dem Schwedischen Fernsehen erzählt.

Emma Wikén wusste zunächst nicht, wohin mit dem Glück, als Kalla als erste durchs Ziel ging: „Als sie ins Stadion kommt und dann auf dem Rücken liegt. Da wusste ich nicht, was ich mache sollte.“

Staffelläuferin Anna Haag konnte es auch nicht fassen, was Charlotte Kalla da vollbracht hat: „Sie sagt zu mir gerade‚ ich bin überhaupt nicht müde geworden‘. Ich sagte dann nur: Charlotte, ich bin hier fast gestorben.“

Heldin Kalla ist zufrieden: „Das ist phantastisch, diese Freude mit den anderen zu teilen. Wenn ich sehe, was sie leisten, möchte ich natürlich nicht im Weg stehen, sondern das inspiriert mich besonders. Ich habe alles aus mir herausgeholt.“

Winterschlaf beendet

Die Langläufer haben Schweden aus dem olympischen Winterschlaf gerüttelt. Denn in den anderen Disziplinen herrscht aus schwedischer Sicht bislang Fehlanzeige. Umso wichtiger, dass es in dieser nordischen Königsdisziplin so gut läuft. Und für viele noch wichtiger, dass man Norwegen weit hinter sich lässt.

So schreibt die Tageszeitung Dagens Nyheter am Montag. Läufer wie Northug und die anderen Norweger hätten den Langlauf durch Taktieren in den Rennen jahrelang zerstört. Schweden habe jetzt den Sport weiterentwickelt. Die Welt müsse auf Schweden schauen und sich ein Beipiel nehmen. Mit einer Mannschaftsleistung habe man sich Gold geholt.

Alles Langalufmedaillen

Tatsache ist, dass Schweden mit neun Langlaufmedaillen bei Olympischen Spielen noch nie zuvor so erfolgreich war, wie in Sotschi. Diese Leistung wurde schließlich am Sonntag von den Herren bestätigt, die das schwedische Staffelgold über 4 mal 10 Kilometer von Vancouver verteidigten. Schlussläufer Marcus Hellner bekam beim Zieleinlauf die schwedische Fahne von Teamkollege Anders Södergren überreicht.

„Der war da gestanden, hat gehüpft und mit der Fahne gewinkt. Die musste ich dann wohl nehmen“, meinte Hellner angesichts der Tatsache, dass das blaugelbe Banner ruhig etwas größer hätte ausfallen können.

Die schwedischen Kommentatoren sind sich dagegen einig, dass die Leistung der schwedischen Langläufer nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.

„Das sind mit Abstand die besten Olympischen Spiele, die jemals von einer schwedischen Mannschaft abgeliefert wurde. Und es gibt noch viele weitere Chancen. Das ist einfach unglaublich. Sie überzeugen jeden Tag“, so Anders Blomquist vom Schwedischen Rundfunk.

Während die Schweden ihr Glück kaum fassen können, mahnt der als Sportenthusiast bekannte König Carl XVI. Gustaf zur Ruhe. Der Monarch konnte die schwedischen Erfolge in Sotschi persönlich mitverfolgen und meinte gegenüber der Boulevardzeitung Expressen über den schwedischen Jubel dass man Norwegen vom Langlaufthron gestoßen habe, das sei kein Wettkampf.

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