Aufklärungseinheit in Nordwestafrika

Schweden kurz vor Einsatz in Mali

"Eine Aufklärungseinheit muss die komplizierten Konflikte genau kennen"
2:12 min

Schweden wird voraussichtlich mit Soldaten am Uno-Einsatz im nordwestafrikanischen Mali teilnehmen. Wie Außenminister Carl Bildt mitteilt, sollen die schwedischen Soldaten nicht als kämpfende Truppe operieren. Erwogen wird die Entsendung einer Aufklärungseinheit von bis zu 200 Mann für ein Jahr.

Die Regierung hat den Streitkräften den Auftrag gegeben, einen entsprechenden Einsatz vorzubereiten. Angedacht ist dabei eine Zusammenarbeit mit einem weiteren EU-Land.

In Mali befinden sich bereits französische Truppen. Sie unterstützen auf Anfrage der dortigen Regierung und unter Billigung der Vereinten Nationen die malischen Streitkräfte dabei, militante Islamisten zurückzudrängen. In Mali befinden sich auch ungefähr 50 schwedische Soldaten als Ausbilder des malischen Militärs.

Komplizierte Konfliktsituation

Mats Utas, Wissenschaftler am Afrikainstitut in Uppsala, weist darauf hin, dass die Lage in Mali sich vor allem in den südlichen Teilen des Landes bereits normalisiert habe: „Im Norden, in den von den Tuareg dominierten Gebieten, ist es immer noch unruhig. Dort hat die Regierung nur sehr begrenzt Einfluss. Dort haben sich zudem auch einige Rebellenorganisationen festgesetzt. Aber seit die französischen und tschadischen Truppen dort operieren, gilt das nicht mehr für die Städte, sondern nur noch für die ländlichen Gebiete.“

Von der unsicheren Lage in Mali sind auch französische Wirtschaftsinteressen betroffen, denn Mali verfügt über kostbare Bodenschätze. Mats Utas betont, dass der Einsatz von Friedenstruppen in Mali neutral sein muss. Für die französischen Truppen könne jedoch gerade das ein Problem sein. Frankreich habe in der Region lange als Kolonialmacht eine Rolle gespielt. Der neutrale schwedische Ausgangspunkt sei da vermutlich aussichtsreicher.

Aufklärungseinheit

Entscheidend ist nach Ansicht des Afrikaexperten jedoch, wie viel man über die komplizierte Konfliktsituation in Mali insgesamt und über die lokalen Konflikte weiß. Das gelte insbesondere für Schweden, das ja vermutlich als Aufklärungsspezialist gefragt sei, so Mats Utas.

Der Auswärtige Ausschuss des Reichstages hat sich am Dienstagvormittag mit dem Thema befasst, dabei haben sich auch die Sozialdemokraten für den Mali-Einsatz ausgesprochen. Eine Mehrheit im Parlament gilt als sicher. Wann es zu dem Einsatz kommen könnte, ist aber noch ungewiss.

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