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Foto: Staffan Löwstedt/TT
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Landwirtschaftsminister Eskil Erlandsson befürwortet Wein- und Bierverkauf vom Erzeuger (Foto: Cristina Jardim Ribeiro/P4 Gotland)
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Bald auch offen für Alkoholisches? (Foto: Sybille Neveling /Radio Schweden)
Als Bedrohung für das Alkoholmonopol beargwöhnt

Neuer Vorstoß für Weinverkauf im Hofladen

2:45 min

Der umstrittene Weinverkauf direkt beim Erzeuger könnte in Schweden nun doch bald Wirklichkeit werden. Zumindest versuchsweise. Landwirtschaftsminister Eskil Erlandsson und die Zentrumspartei
möchten den Hofverkauf in drei Regionen testen: Skåne, Södermanland und Gotland.

Seit 14 Jahren betreibt Winzer Lauri Pappinen einen Hofladen in Hablingbo auf Gotland. Wie andere schwedische Winzer und Brauer auch setzt er sich seit Jahren dafür ein, dass seine Weine dort neben den anderen nicht alkoholischen Erzeugnissen zum Verkauf stehen dürfen. Bisher vergeblich.

„Es gibt viele, die dagegen sind, gerade auch Politiker“, sagt Pappinen. „Aus Angst, dass dies der Anfang vom Ende des staatlichen Alkoholmonopols sein könnte, wagt man nicht, die jetzigen Regeln zu ändern.“

Nur Verkauf eigener Erzeugnisse

Die Ansichten der Politiker sind in dieser Frage geteilt. Einige Parteien betrachten den Hofverkauf von alkoholischen Getränken als Möglichkeit, die ländlichen Gebiete zu fördern. Andere sehen ihn als potentielles Risiko für die Gesundheit der Bevölkerung und eine Bedrohung für „Systembolaget“, die staatliche Verkaufskette für Alkohol.

Obwohl eine Studie im Regierungsauftrag 2010 feststellte, dass Hofverkauf und Alkoholmonopol durchaus vereinbar sind, wurde die Frage auf Eis gelegt. Nun greift die Zentrumspartei sie wieder auf.

„Was auf einem Hof hergestellt wird, kann unser heutiges Alkoholmonopol keinesfalls bedrohen. Es handelt sich vielmehr um eine Weiterentwicklung von Beschäftigungsmöglichkeiten in allen Gegenden Schwedens“, verteidigt Landwirtschaftsminister Erlandsson sein Projekt.

Christdemokraten besorgt

Eine andere Regierungspartei, die Christdemokraten, ist seit Jahrzehnten für ihre restriktive Alkoholpolitik bekannt. Die christdemokratische Ministerin für Kinder- und Senioren, Maria Larsson, twittert entschieden gegen Alkohol im Hofverkauf. Sie ist „erstaunt über den Vorstoß der Zentrumspartei. Die Regierungskoalition hat bereits festgestellt, dass er gegen das Alkoholmonopol verstößt.“

Die Zentrumspartei schlägt nun einen Versuch in drei Regionen vor. Möglichst schon zu Beginn der nächsten Legislaturperiode, also im Herbst.

Endlich!

„Wir schlagen ein Pilotprojekt in Skåne, Sörmöland und Gotland vor, um die Entwicklung zu beurteilen. Der Versuch sollte ein oder zwei Jahre laufen, dann können wir ihn auswerten“, sagt Landwirtschaftsminister Eskil Erlandsson.

Winzer Lauri Pappinen auf Gotland würde sich freuen: „Ja, wenn wirklich etwas draus wird, wäre ich sehr froh. Es wäre wirklich an der Zeit!“

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