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Jugendarbeitslosigkeit

Lehrlingssystem kommt nur langsam ins Rollen

Publicerat torsdag 27 februari 2014 kl 11.58
Lehrlingssystem braucht Zeit
(2:42 min)
Jeder vierte junge Schwede sucht Arbeit - eine Lehre könnte eine Alternative sein

Das im Januar eingeführte Lehrlingssystem findet bislang nur wenig Anklang. Wie der Schwedischen Rundfunk berichtet, sind erst 47 Personen angestellt worden. Viele junge Arbeitssuchende scheinen nach wie vor in Unkenntnis über die neue Möglichkeit.

Ellis Mwesigye ist auf Stellensuche. Von der Möglichkeit, Arbeit und Ausbildung zu kombinieren, hat der 22-jährige Stockholmer noch nichts mitbekommen: „Davon höre ich zum ersten Mal. Ich würde total gern so eine Lehre machen, zum Beispiel im Baubereich.“ 

Die Unkenntnis von Ellis Mwesigye ist kein Einzelfall. Dabei hatte die bürgerliche Allianzregierung lange vor der Einführung des Lehrlingssystems am 15. Januar dieses Jahr ordentlich die Werbetrommel gerührt. 

Gedacht ist das System für Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 24 Jahren, die entweder keinen gymnasialen Abschluss haben oder arbeitslos sind. Die Lehre findet wie in Deutschland auch beim Unternehmen statt, allerdings muss sich der Lehrling 15 Prozent seiner Arbeitszeit der Ausbildung widmen. Für Arbeitgeber gibt es finanzielle Anreize: Der Staat übernimmt die Lohnsteuer und bezuschusst die Ausbildung in der Firma.

Private Unternehmen noch zurückhaltend 

Bei der Arbeitgebervereinigung der Technikunternehmen kümmert sich Anders Weihe darum, dass mehr Firmen über die Möglichkeit, einen Lehrling einzustellen, erfahren. Fast alle der bislang 47 vermittelten Personen haben eine Lehrstelle im öffentlichen Sektor bekommen, die privaten Unternehmen halten sich noch zurück, bedauert Weihe. 

„Natürlich wäre es schön, wenn schon jetzt mehr Unternehmen zugeschlagen hätten. Es dauert aber, bis so ein Lehrlingssystem funktioniert und es für die Unternehmen normal ist, Lehrlinge mit einzuplanen.“ 

Für die Regierung ist das neue Lehrlingssystem ein Prestigeprojekt, das längerfristig 30.000 junge Menschen in Arbeit bringen soll. Die bislang 47 vermittelten Lehrstellen schlagen bei einer Jugendarbeitslosigkeit von derzeit 23 Prozent in Schweden folglich nicht besonders zu Buche. 

Arbeitsmarktbehörde hält die Daumen 

Bei der zentralen Arbeitsmarktbehörde reagiert man gelassen. „Je besser Arbeitgeber informiert werden und verstehen, welche Vorteile das System für sie bietet, umso mehr werden sich auch dafür entscheiden, einen Lehrling einzustellen“, erklärt die zuständige Abteilungsleiterin Soledad Grafeuille im Schwedischen Rundfunk. 

Die potenziellen Lehrlinge beschäftigt vor allem die Frage, wie es nach der Lehre weitergeht. Im Chat mit der Arbeitsmarktbehörde vergangene Woche fragte eine junge Frau, ob man nach der Lehre auch übernommen werde. Darauf antwortete der Mitarbeiter, dass diese Möglichkeit natürlich bestehe, aber von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz variiere. Wenn sich die Gelegenheit biete, gelte es, sie beim Schopf zu packen.

Liv Heidbüchel

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