Robbenjagd

So viele Tiere wie noch nie zum Abschuss frei gegeben

2:33 min

Am heutigen Mittwoch beginnt in Schweden die Schutzjagd auf Robben. Die Naturschutzbehörde hat mit 400 Tieren so viele Robben wie noch nie zum Abschuss frei gegeben. Doch obwohl in den letzten Jahren die Abschussquoten nie genutzt wurden, ist sie auch in diesem Jahr den Fischern viel zu niedrig.

Seit 2001 lässt die schwedische Naturschutzbehörde die Schutzjagd auf Kegelrobben und Seehunde zu. Göte Hamplin von der Behörde erklärt dem Schwedischen Rundfunk, warum die Quote mit 400 Tieren in diesem Jahr so hoch ist, obwohl die Quoten meist nicht genutzt werden:

„Die Schäden an den Netzen und auch den Fängen der Berufsfischer sind sehr groß. Wenn dann nicht alle Tiere geschossen werden, leiden die Fischer ja selbst darunter“

Weitere Jagdgebiete

Seit Einführung der Schutzjagd wurden insgesamt lediglich 1.200 von 3.500 frei gegebenen Kegelrobben tatsächlich erlegt. Im vergangenen Jahr wurde nur die halbe Quote geschossen. Dennoch hat die Naturschutzbehörde die Quote erhöht: 290 Kegelrobben und 110 Seehunde dürfen erlegt werden. Dabei wurden die Jagdgebiete mit Gotland, Skåne und Teilen von Blekinge erweitert, die Quoten für Norrbotten und Västra Götaland angehoben.

„In den Provinzen, wo die Quote fast ganz genutzt wurde, haben wir mehr bewilligt“, sagt Hamplin. Der Branchenverband der Berufsfischer erklärt die unerfüllten Quoten damit, dass häufig die Regeln zu kompliziert seien. Auch diese Kritik hat bei der Naturschutzbehörde offene Ohren gefunden. So wurde die bisherige Regel, dass vor dem 1. Juli nur die Hälfte aller Kegelrobben geschossen werden dürfen, abgeschafft.

Lizenzjagd auf Robben?

Das mache die Jagd einfacher und erhöhe die Chancen, dass mehr Tiere auch tatsächlich erlegt werden, so Hamplin. Der Bestand an Kegelrobben in der gesamten Ostsee wird auf 35.000 geschätzt. Es gibt Bestrebungen in der Regierung, eine allgemeine Lizenzjagd auf Robben mit höheren Quoten und einfacheren Regeln ähnlich der Elchjagd einzuführen. Die Naturschutzbehörde hat bereits signalisiert, dass dies eine Möglichkeit wäre, ohne allerdings eine Zahl zu nennen, wie viele Robben dann gejagt werden dürften. Lars Ökvist ist Berufsfischer auf Junkön in den Schären vor dem nordschwedischen Luleå. Egal, ob es eine Schutz- oder Lizenzjagd geben wird: Die frei gegebenen 290 Kegelrobben sind ihm viel zu wenig.

„Das müssen ja mindestens 3.000 sein, um den Bestand zu reduzieren oder ihn auf gleichem Niveau zu halten. Das ist ein Tropfen im Ozean.“

Nils Eklund/Dieter Weiand

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Du hittar dina sparade ljud i menyn under Min lista