Erforschung von Wildschaden

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Eine groß angelegte Langzeitstudie soll zeigen, wieviel Schaden Elche in den schwedischen Wäldern verursachen. Dahinter steckt die Frage nach der wünschenswerten Größe des Elchbestandes.

Das Forschungsprojekt soll ergründen, inwieweit äsende Elche das Wachstum der Bäume beeinflussen. Im Besonderen geht es dabei um Waldkiefern, denn daran knuspern Elche besonders gern.

„Für korrekte Berechnungen benötigen wir gesicherte Daten“, sagt Märtha Wallgren von Skogforsk, dem Forschungsinstitut der schwedischen Forstwirtschaft in Uppsala.

Ökologische Langzeitschäden

Bisher hat die Forstwirtschaft bei ihren Kalkulationen der Wildschäden, die sichtbaren Verluste an den Bäumen gemessen. Beispielsweise die schlechtere Holzqualität, wenn Schösslinge abgebissen oder Teile der Stämme abgebrochen werden.

Aber Wildverbiss kann im Wald außerdem auch ökologische Langzeitschäden anrichten und vermutlich ein langsameres Wachstum der Bäume bewirken. Über die Größe solcher Schäden gibt es bisher nur Schätzungen. Denn die Einbußen sind im Nachhinein schwer zu erkennen.

Um festzustellen, wie stark das Wachstum der Kiefern durch die Elche beeinträchtigt wird, vergleichen Forscher eingezäunte Forstgebiete mit frei zugänglichen Versuchsflächen, die über ganz Schweden verteilt sind.

Perspektive: 40 Jahre

Das Experiment ist zwei Jahre lang vorbereitet worden. Ab jetzt werden Wissenschaftler das Wachstum von Kiefern und Tannen auf den jeweiligen Flächen 30 bis 40 Jahre lang studieren.

„Wir bekommen auf alle Fälle ein deutlicheres Bild, ob man den Elchbestand in bestimmten Gebieten, in denen man viele Wildschäden und große Einkommensausfälle im Forst hat, verkleinern muss, überlegt Märtha Wallgren. „Vielleicht muss man ja auch ganz umdenken und den Forst anders anlegen.“