Schwedin soll UNO-Internrevision leiten

Sie sind rar geworden, die schwedischen Köpfe auf internationalen Spitzenämtern. Für viele überraschend kam deshalb die Berufung der Schwedin Inga-Britt Ahlenius zur neuen Chefin der UNO-Internrevision. Die Vollversammlung muss dem zwar noch zustimmen. Aber schon jetzt ist klar, mit der Schwedin Ahlenius hat sich die UNO in schweren Zeiten eine knallharte Aufräumerin ins Haus geholt.

Als sie erfuhr, dass sie der nächste Wachhund der UNO sein soll, der Skandale aufspürt oder vereitelt, konnte Inga-Britt Ahlenius ihr Glück noch kaum fassen: 

„Ich bin überrascht und glücklich zugleich. Das ging sehr schnell. Erst Dienstag Nachmittag war ich bei Generalsekretär Annan sozusagen zum Bewerbungsgespräch geladen. Und am Abend hatte ich bereits die Nachricht auf dem Handy, dass ich den Job kriege. Ich hätte eher mit einem langen Konzil gerechnet, bevor weißer Rauch aufsteigt.“

”Keine leichte Aufgabe” 

In den kommenden fünf Jahren wird Ahlenius – unterstützt von rund 200 Mitarbeitern – die Geschicke der UNO auf Unregelmäßigkeiten hin überprüfen. Keine leichte Aufgabe, denn angesichts jüngster Skandale etwa um das Programm „Öl für Lebensmittel“ im Irak sind sogar Generalsekretär Kofi Annan und sein Sohn ins Visier der Ermittler geraten. Doch Ahlenius ist sich der Bürde des Prestigepostens bewusst:

„Das wird schwierig, denn im Augenblick befindet sich die UNO in einer Vertrauenskrise. Und vor allem die USA als einer der größten Beitragszahler fordern eine umfassende Reform der Vereinten Nationen.“

Favoritin der USA

Und just die USA hatten die Schwedin Ahlenius ganz oben auf der Liste ihrer Favoriten für den Posten der Internrevision. Schließlich hat die heute 66-Jährige einen Namen als rückhaltlose Aufklärerin erworben. In Schweden legte sich Ahlenius als Chefin des staatlichen Rechnungshofs mit dem damaligen Finanzminister Bosse Ringholm öffentlich an. Und im Jahr 1999 trug sie maßgeblich zum Sturz der gesamten EU-Kommission bei. Hintergrund waren Korruption und Machtmissbrauch innerhalb der Kommission.

Die rechte Frau am rechten Platze 

Mit Inga-Britt Ahlenius steht also eine Frau an der Spitze der UNO-Internrevision, die als durchaus geeignet für den Posten angesehen werden darf. Abgesehen davon ist man in Schweden erfreut darüber, dass endlich wieder eine Landsmännin zum weltpolitischen Schwergewicht aufgestiegen ist. So ließ etwa Außenministerin Laila Freivalds nicht lange damit warten, ihre Freude und ihren Stolz über Ahlenius’ Berufung kundzutun.

Alexander Schmidt-Hirschfelder

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