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Migration

Mehr Asylbewerber als erwartet

„...und dann dauert das eben länger“
2:03 min

Die schwedische Migrationsbehörde rechnet mit 95.000 Asylbewerbern für nächstes Jahr. Die Prognose liegt damit um über 15.000 Flüchtlingen höher als bisher.

Die neueste Prognose der Behörde wurde am Dienstag der Regierung übermittelt, wobei man sich aber auch nicht ganz genau festlegen will. Mikael Ribbenvik, Leiter in der Migrationsbehörde: „Die Aussichten für nächstes Jahr sind sehr unsicher. Daher haben wir eine ungewöhnlich große Spanne – nach unseren Berechnungen werden es zwischen 80 und 105.000 Flüchtlinge sein.“

Für 2014 wird mit etwa 83.000 Flüchtlingen gerechnet, die Asyl beantragen. Dies sind fast genausoviele wie 1992, als der Balkankrieg für die bislang größte Flucht der Zivilbevölkerung in neuerer Zeit sorgte.

Der Richtwert

Der von der Migrationsbehörde angenommene Richtwert von 95.000 ist nun die Grundlage für weitere Berechnungen. Diese Zahl ist die bisher höchste, die Schweden je hatte.

Seit dem zweiten Weltkrieg hat es keine solche lang anhaltenden und ständig größer werdenden Flüchtlingsströme gegeben. Mikael Ribbenvik rechnet in den nächsten Jahren sogar noch mit einem weiteren Anstieg der Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak:
„Man kann wohl sagen, dass die Aussichten trostlos sind. Die Situation eskaliert und alles verschlimmert sich nur noch. Ein Konflikt, der von Syrien aus in die ganze Region getragen wird.“

Die Herausforderung

Die Herausforderung, vor der Schweden nun steht, ist die Frage der Unterbringung. So weiß die Migrationsbehörde beispielsweise bereits schon jetzt, dass es für 22.000 Flüchtlinge, denen bereits Asyl gewährt wurde, keine regulären Unterkünfte gibt.

Auch die Wartezeit der Asylverfahren wird länger, es kann bis zu 10 Monate dauern, bis ein Flüchtling den Bescheid bekommt.

„Es ist klar, dass wenn wir innerhalb von zwei Jahren doppelt so viele Fälle behandeln müssen, dann schaffen wir das nicht so schnell. Wir wollen keine Verschlechterung in der Behandlung der Fälle, und dann dauert das eben länger“, sagt Mikael Ribbenvik von der Migrationsbehörde.

Michael Harmann

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