IT-Schweden unter der Lupe

Cybercrime ist den schwedischen Cops zu hoch

Verbrecher, die mit Hilfe des Internets vorgehen, brauchen in Schweden nur wenig Angst vor einer Strafverfolgung haben.

Zu diesem Ergebnis kam die Tageszeitung Dagens Nyheter in der neuesten Folge der Reportagereihe über die IT-Sicherheit in Schweden.  Untersucht wurden mehr als 2000 Fälle, in denen eine Form von Cyberkriminalität zur Anzeige gebracht wurde. In nur zwei Fällen konnten die Ermittlungen zu einer Verurteilung führen, alle anderen Fälle wurden eingestellt oder blieben ungelöst.

Ulrika Sundling, die für den IT-Bereich zuständige Kommissarin der schwedischen Kriminalpolizei bestätigte gegenüber dem Schwedischen Rundfunk, dass es bei der Kompetenz der Ermittler einen Nachholbedarf gibt: „Wir müssen Cyberkriminalität ernster nehmen, als wir das bisher getan haben. Es gibt da große Unterschiede innerhalb der Polizeiorganisation. Die Beweissicherung im Internet muss genauso selbstverständlich werden, wie wir heute beigebracht bekommen, wie man am Tatort Fingerabdrücke macht. Dieser Weg ist ein langer, aber wir haben damit begonnen.“

Natürlich lässt diese Ankündigung hoffen, nur wird sich noch zeigen müssen, welche Erfolge damit verbunden sind, denn auch die Cyberkriminellen werden dann ihre Fertigkeiten weiterentwickeln. Im Moment können sie jedenfalls, so das Fazit der Untersuchungen, relativ ungestört agieren.

Denn: Auf der Polizeihochschule gehört der IT-Kurs in der Grundausbildung noch zu den Zukunftsvisionen.

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