väntrum, sjukstuga, vårdcentral. Foto: Erica Dahlgren/Sveriges Radio
Wer darf ins Wartezimmer? (Foto: Erica Dahlgren/Sveriges Radio)
Gesundheit

Wahlfreiheit im Gesundheitswesen zu ungerecht

"Ärzte mit gesunden Patienten beschäftigt"
1:24 min

Die seit vier Jahren geltende Wahlfreiheit im Gesundheitssektor hat zu größerer sozialer Ungleichheit in der Versorgung geführt.

So lautet die Kritik des schwedischen Rechnungshofes, der am Dienstag eine neue Untersuchung präsentiert hat. Die Reform habe zwar dazu geführt, dass mehr Menschen medizinische Behandlung in Anspruch nehmen und häufiger zu Untersuchungen gehen würden.  Allerdings wurden Gesundheitseinrichtungen und Praxen vorrangig in wohlsituierten Gegenden etabliert, für Menschen unter 70 Jahren und mit höherer Bildung. Patienten mit höherem Versorgungsbedarf und schlechterer sozialer Stellung würden dementgegen verdrängt, was den Prinzipien des Gesundheitswesens widerspreche, so der Bericht.

„Menschen mit schwerem Krankheitsbild sollten mindestens einmal pro Jahr einen Arzt aufsuchen können. Die Prioritäten werden aber anders gesetzt, wenn diese Ärzte mit gesunden Patienten beschäftigt sind“, sagte Henrik Segerpalm vom Rechnungshof dem Schwedischen Rundfunk.   

  In der Provinz Skåne trafen 1.700 schwerkranke Patienten in einem Zeitraum von zwei Jahren keinen Arzt an, so die Studie.

Die bürgerliche Vorgängerregierung hatte das Gesetz zur Wahlfreiheit 2010 beschlossen. Die Regelung hatte zum Ziel, mehr Konkurrenz auf dem Gesundheitsmarkt  zu schaffen und Patienten eine größere Spanne an Praxen und Behandlungen zu bieten.

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