Rysk Su-27 fotograferad på nära håll från svenskt signalspaningsflygplan. Foto: FRA
Russland lässt die Muskeln spielen (Foto: FRA)
„Von diesen Ländern bleibt nichts übrig“

Sorge um bedrohte Nachbarn

"Schweden braucht sich keine Sorgen zu machen"
3:06 min

Ein russischer Sicherheitsberater sorgt mit provozierenden Aussagen über Schweden und das Baltikum für Beunruhigung. Schweden brauche sich in einem Konflikt mit Russland nicht viel Sorgen machen, die baltischen Ländern dagegen schon, so der Sicherheitsexperte Sergej Markov im Schwedischen Fernsehen.

Er gehe davon aus, dass von diesen Ländern bei einem größeren Konflikt nicht mehr viel übrig bleibe. Schweden kann dies wegen seiner Zusagen für das Baltikum nicht egal sein. Für den lettischen Botschafter in Stockholm, Gints Jegermanis, haben die Aussagen des russischen Sicherheitsberaters eine neue Qualität.

„Europa steht vor einem neuen Krieg, und die militärische Aggression Russlands in der Ukraine ist nur ein Teil davon. Deswegen beunruhigen solche Aussagen schon etwas mehr.“

Provozierende Aussagen

Ausgangspunkt ist ein Interview des Schwedischen Fernsehens mit Sergej Markov. Der Politologe hat führende Stellungen in mehreren wichtigen Gremien, wie etwa als stellvertretender Vorsitzender des Nationalen strategischen Beirats der russischen Regierung. Für Schweden bestehe keine unmittelbare Gefahr, meint Markov:

„Schweden braucht sich keine Sorgen zu machen. Lettland und Estland dagegen haben allen Grund, Angst zu haben. Sollte es zu einem großen Krieg kommen, ist es möglich, dass von diesen Ländern nichts mehr übrig bleibt.“

Im Baltikum ist man bereits seit geraumer Zeit sehr beunruhigt über die aktuelle Entwicklung Russlands. Die Aussagen Markovs seien an sich nichts Neues, erscheinen aber in einem neuen Zusammenhang, so Botschafter Jegermanis. Neben der russischen Aggression in der Ukraine übt das russische Militär immer häufiger im großen Stil – oft nicht unweit der Grenzen zum Baltikum. Russische Kampfjets lassen über der Ostsee die Muskeln spielen. Moskau lässt die Nachbarn wissen, dass es aufgerüstet hat.

Schwedische Absichtserklärung

Die jüngsten Aussagen sorgen auch in Schweden für Unruhe. Nicht zuletzt, weil Stockholm Mitte der neunziger Jahre eine Absichtserklärung für die Sicherheit der baltischen Länder abgegeben hat. Im Ernstfall werden sich Estland, Lettland und Litauen jedoch eher in ihrer Eigenschaft als Nato-Mitglieder auf die Unterstützung durch das Nordatlantik-Bündnis verlassen.

Gints Jegermanis beschreibt im Schwedischen Fernsehen die Stimmungslage in Lettland: „Die Menschen in Lettland sind beunruhigt über die Zukunft, weil Russland zu einer unvorhersehbaren Macht geworden ist.“

Von offizieller schwedischer Seite gibt es keinen Kommentar zu den Aussagen von Markov. Es handelt sich dabei auch nicht um eine offizielle Stellungnahme Moskaus. Wie groß Markovs Einfluss ist, weiß niemand in Schweden genau. Doch über sich selbst sagt der als Nationalist bekannte Markov, dass er dem russischen Präsidenten Putin nahe stehe. Markov gilt als Falke und hat etwa die Annektierung der Krim durch Russland als reine Selbstverteidigung gerechtfertigt. Er macht die feindselige Haltung des Westens Russland gegenüber als Ursache für die russische Politik aus.

„Das Problem ist die Russophobie der politischen Elite im Westen. Das ist Rassismus gegen Russen. Wenn eure Länder damit aufhören, wird es euer Leben erleichtern.“

Henrik Silver (SVT)/Dieter Weiand

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