Arbeitslosen-Quote unter vier Prozent

Die schwedische Regierung klopft sich auf die Schulter: in Sachen Arbeitslosigkeit hat sie ihr selbstgestecktes Ziel erreicht. Im Oktober 2000 sank die Quote erstmals seit langem unter vier Prozent.

Allerdings gibt es auch einen Wermuts-Tropfen: nicht in allen Regionen des Landes wurden bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit die gleichen Erfolge erzielt.

Ministerpräsident Göran Persson kann sich freuen. Vor fünf Jahren versprach er eine Halbierung der Arbeitslosigkeit von damals acht auf vier Prozent. Das Ziel wurde im Oktober erreicht und damit zwei Monate früher als versprochen.

Ganz unten steht der Raum Jönköping mit gerade mal zweieinhalb Prozent Arbeitslosigkeit. Die Betriebe dort haben ganz andere Probleme.

"Wir wachsen ständig und suchen neue Leute, und das ist sehr schwer", sagt Håkan Snäll. Er ist Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens in Habo, einer Zehntausend-Einwohner-Gemeinde in der Nähe von Jönköping.

Dass es in Habo so gut geht mit der Wirtschaft hält Håkan Snäll vor allem den Kommunal-Politikern zugute. Habo sei eine der unternehmer-freundlichsten Gemeinden in ganz Schweden. Und die Betriebe schreien alle nach Leuten, meint er.

Ganz anders tausend Kilometer weiter nördlich. Zwar nahm auch in Norrbotten die Arbeitslosigkeit ab. Aber sie liegt immer noch bei rund sieben Prozent, wie der Bauarbeiter Roger Eriksson aus eigener Erfahrung weiss.

"Hier ist ja jetzt Winter und die Jahreszeiten spielen eher eine Rolle. Im Winter wird weniger gebaut. Und in der Branche ist es schwer einen festen Job zu bekommen."

Auch die Arbeitsämter im Norden des Landes melden erfreuliche Trends: mehr offene Stellen und weniger Langzeit-Arbeitslose. Trotzdem ist die Lage vor allem im Süden rosig, sagt Lena Jatko vom Arbeitsamt im nordschwedischen Luleå.

"Es gibt dort einfach mehr Jobs, Un da gehen die Leute hin. Hier sind Jobs Mangelware. Hätten wir mehr Arbeitsplätze hier oben, dann könnten wir die Quote stärker senken."

Seit Ministerpräsident Persson vor fünf Jahren sein ehrgeiziges Ziel in Sachen Arbeitslosigkeit formuliert hat, hat sich die Kluft zwischen Norden und Süden sogar noch erhöht. Damals war die Quote in Lappland doppelt so hoch wie in Stockholm, heute ist sie drei mal so hoch.

Markus Wetterauer

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