Anti-Doping-Büro nach Stockholm?

Kaum ein Monat vergeht, ohne die Meldung über einen gedopten Spitzensportler – ob Merlene Ottey, Javier Sotomayor oder Dieter Baumann. Um sportliche Wettbewerbe in Zukunft einigermassen sauber halten zu können, hat das Internationale Olympische Komittee IOK die Antidopingbehörde mit dem Namen Wada ins Leben gerufen. Jetzt will sich die schwedische Regierung dafür einsetzen, dass Wada seien Sitz in der Hauptstadt Stockholm haben soll.

Mitte November 1999 hat das IOK die Wada gegründet. Aus Eigeninteresse, denn die immer häufiger werdenden Meldungen über Spitzensportler, die ihre Leistungen und Siege Dopingpräparaten und -methoden verdanken, haben den Sport in Verruf gebracht. Die Wada soll den Dopingsündern jetzt auf die Schliche kommen.

Doch kaum ins Leben gerufen, ist die Wada auch schon ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Das Büro hat seinen Sitz im schweizerischen Lausanne – der gleichen Stadt, in der auch das IOK residiert. Der Vorstand von Wada ist mit IOK-Mitgliedern gesprickt. Keine guten Voraussetzungen für ein unabhängiges Kontrollorgan, so die Kritiker.

"Schweiz nicht der geeignete Standort"
Deshalb nun der Vorschlag von der in Schweden für den Sport zuständigen Ministerin Ulrica Messing, den Sitz der Wada nach Stockholm zu legen. Die Ministerin deutet auch an, dass die Schweiz mit ihrer liberalen Drogenpolitik eben nicht der geeignete Standort sei. Schweden dagegen sieht sich als Vorreiter im Kampf gegen das Doping. Die Forschungseinrichtungen in Stockholm und Göteborg sind international führend. So hatte das IOK auch schon im August Gelder zur Dopingforschung in Schweden bewilligt. Auch die Regierung hat die staatlichen Beiträge für die Arbeit gegen Doping von 6,6 auf 11 Millionen Kronen erhöht.

Jetzt will sich die schwedische Regierung dafür einsetzen, dass Wada nach Stockholm kommt und man rechnet mit Unterstützung. Das Gesuch der schwedischen Regierung ist fertig formuliert. Jetzt will man in Stockholm noch die erste Vorstandsitzung bei Wada abwarten, wo die genauen Anforderungen für den Sitz des Antidopingbüros aufgestellt werden.

Fussnote: Schweden konnte sich mit seinen Vorstellungen leider nicht durchsetzen. Der Sitz der WADA wurde im August nach Montreal in Kanada ergeben.

Dieter Weiand

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Du hittar dina sparade ljud i menyn under Min lista