Asylbewerber kommen illegal

70 Prozent der Menschen, die Asyl suchen, kommen auf illegale Weise nach Schweden. Das hat jetzt eine Beurteilung der zentralen Polizeibehörde ergeben.

Die Zahl der Menschen, die in Schweden Asyl suchen, ist gestiegen. Verglichen mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres, haben 40 Prozent mehr Ausländer das Bleiberecht in Schweden beantragt. Und immer mehr von ihnen suchen erst im Land die Behörden auf, was auf illegale Einreise schließen lässt. Göran Görtzen ist bei der zentralen Polizeibehörde im Dezernat für illegale Einwanderung zuständig. Er glaubt, dass einiges von staatlicher Seite geschehen muss, um der ungesetzlichen Einwanderung entgegenzuwirken.

„Das Strafmass liegt heute niedrig und wir dürfen keine Telefone abhören. Eine Harmonisierung der Gesetze in Europa ist auf dem Weg - das ist eine Möglichkeit. Eine andere könnte sein, die Einwanderung in die europäischen Länder einfacher zu machen. Denn bisher beantragen Schutzsuchende Asyl oder kommen auf illegalem Weg nach Europa. Das sind im Wesentlichen die einzigen Möglichkeiten, die es gibt."

Strafe für Menschenschmuggel: zweieinhalb Jahre
Die höchste Strafe, die es für Menschenschmuggel gibt, liegt bei vier Jahren Gefängnis. Doch sie wurde noch nie verhängt. Das Höchstmass war bisher zweieinhalb Jahre. Zynisch empfindet Görtzen diese Handhabe, Menschenschmuggel wird geringer bestraft als das ungesetzliche Einschleusen von Rauschmitteln. Wichtig bei der Eindämmung des Schmuggelns von Menschen ist eine europäische Lösung, meint er: „Man könnte die gleichen Verhaltensregeln für die Praxis vereinbaren auf europäischer Ebene, zum Beispiel wo und ob jemand überhaupt Bleiberecht erhält, und welche Angehörigen nachkommen dürfen. Schweden hat eine sehr großzügige Angehörigenregelung, so dass die Menschen gerne herkommen. Andere Länder in Europa sind da nicht so generös. Das sind Fragestellungen, an denen man arbeiten kann. Und das passiert auch schon."

Zunächst einmal arbeitet die schwedische Polizei jedoch regional an der Eindämmung des Menschenschmuggels. In den drei größten Städten des Landes Stockholm, Göteborg und Malmö wurden einzelne kleinere Reisebüros unter die Lupe genommen. Sie sollen Fahrscheine auf falsche Namen ausgestellt haben. Ob sie dies bewusst gemacht haben, ist jedoch noch nicht klar. Klar ist jedoch, dass immer wieder die gleichen Reisebüros auftauchten, wenn ein Schmuggler entlarvt wurde.

Agnes Bührig

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