Berühmter Käse aus Västerbotten

Wie der Name schon sagt, kommt der Käse aus Västerbotten, weit im Norden von Schweden. Dort, im kleinen Ort Burträsk, hat jetzt eine Schaukäserei eröffnet, und wenige Kilometer entfernt gibt es etwas, das "ostgiveri" heißt, frei übersetzt Käse-Gaststube.

Zum traditionellen sommerlichen Krebsessen in Schweden gehört er genau so selbstverständlich dazu wie der Schnaps: Der echte Västerbotten-Käse. Er ist würzig und pikant und braucht fast 9 Monate, bis er reif ist. Dass es ihn überhaupt gibt, hat der Käse im Grunde genommen einer Nachlässigkeit zu verdanken.

"Er hat eine lange Geschichte. Fast 100 Jahre. Damals hat ein Käsemeister in Västerbotten einen Fehler gemacht. Er hat seinen Käse, den er ganz normal herstellen wollte, einfach irgendwie vergessen. Und dann stellte sich heraus, dass der sehr gut schmeckte. Und so gab es auf einmal einen neuen Käse, nämlich den Västerbotten-Käse." Bengt Gunnarsson ist Tourismusbeauftragter in der Region hoch im Norden von Schweden. Dort, genauer gesagt in der kleinen Ortschaft Burträsk, werden Touristen jetzt in eine Schaukäserei eingeladen.

"Das ist so gedacht, dass man in die Käserei, wo der Käse auch wirklich gemacht wird, hineingehen kann und bei der Herstellung zuguckt. Es gibt ja strenge Hygienevorschriften, dass man nicht einfach so in eine Käserei hineinlaufen darf. Deshalb hat man hier Gänge gebaut, wo man durch Glaswände sehen kann, wie der Käse gemacht wird", so Gunnarsson.

Nur wenige Kilometer entfernt, in Ånäset, direkt an der Fernstrasse E4, hat gleichzeitig eine sogenannte "ostgiveri", also eine Käsegaststube, aufgemacht. Bengt Gunnarsson: "Dafür hat man sich ausgedacht, dass man dort verschiedene Gerichte, die mit Käse zubereitet werden, essen kann, und man kann natürlich auch den Västerbotten-Käse verkosten. Und es gibt Informationen und Bilder von der Herstellung, den Geräten und von der Geschichte, wie man den Käse von Anfang an gemacht hat."

Hinter den beiden Projekten steht die Landwirtschaftskammer im Verwaltungsbezirk Västerbotten. Finanziert werden sie mit Unterstützung aus dem Strukturfonds der EU. Schaukäserei und Käsegaststube sollen Touristen anziehen und dann einen größeren Markt für den Käse aus dem schwedischen Norden schaffen. Wie die Vermarktungsstrategie für den Västerbotten-Käse dann genau aussehen soll, weiß Gunnarsson aber auch noch nicht: "Im Detail kann ich dazu noch nichts sagen. Wir wollen ihn bekannter machen und die Produktion steigern. Wir wissen, dass die Nachfrage nach Käse sehr groß ist, oft sogar das Angebot übersteigt. Es gibt den Västerbotten-Käse teilweise auch schon im Ausland, aber das soll mehr werden. Wie genau, weiß ich noch nicht. Das Projekt ist ja ganz frisch, es ist also etwas zu früh, um darauf zu antworten."

Wiebke Pankauke

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