Neue Bekämpfung nach Mückenplage erprobt

Der schwedische Sommer hat auch manchmal so seine schlechten Seiten. Zu diesen Schattenseiten gehören die örtlich auftretenden Mückenplagen. Im vergangenen Jahr mit einem feuchten, warmen Sommer, war es für manche Regionen besonders schlimm. So schlimm, dass dort jetzt eine gezielte Mückenbekämpfung geprobt wird.

Niemand will aus einer Mücke einen Elefanten machen. Doch in Österfärnebo am Unterlauf des Dalälven war die Plage im vergangenen Jahr kaum auszuhalten. Maria Burk erinnert sich: „Das war schlichtweg ekelhaft und man kann das wohl kaum verstehen, wenn man nicht selbst hiergewesen ist und das miterlebt hat. Man konnte mitten am Tag nicht draußen sein. Bei strahlendem Sonnenschein und 25 Grad mussten die Kinder drinnen bleiben oder eben am ganzen Körper bekleidet sein. Man konnte nicht baden... Ich kann mich erinnern als ich die Wäsche aufgehängt habe, der kurze Augenblick, als die Hand draußen war, um die Wäscheklammer zu setzen, da waren schon 20 Mücken auf der Hand.“

Anwesenheit des Umweltministers
In der Gegend um Österfärnebo herrschte im vergangenen Jahr der Ausnahmezustand. Umweltminister Kjell Larsson kam damals höchstpersönlich, wenn auch verspätet herbeigeeilt, um sich von der Lage ein Bild zu machen. Und in diesem Jahr soll alles anders werden.

Von Hubschraubern aus soll eine neue Wunderwaffe zum Einsatz kommen. BTI der Name. Das Kürzel steht für Bacillus thuringiensis israelensis. Der in Israel entwickelte Mikroorganismus, greift den Darmkanal der Mückenlarve an. Der Vorteil dieser Bekämpfung liegt darin, dass hier nur die Stechmücken getötet werden, so die meisten Experten. Dies wird jedoch noch bezweifelt. Kritiker befürchten, dass andere Arten sehr wohl in Mitleidenschaft gezogen werden könnten.

Tests können starten
Die zuständige Behörde hat jedoch jetzt grünes Licht für einen Test bei Österfärnebo und einer weiteren Region in Nordschweden gegeben.
Sehr zur Erleichterung der dortigen Bewohner. „Wenn diese Gegend sich entwickeln will, müssen die Mücken stark reduziert werden“, meint Maria Bur. Sie sitzt in dem für wirtschaftliche Entwicklung zuständigen Komitee der Gemeinde. Eine weitere Mückenplage wäre ein schwerer Schlag für die Existenz der Gemeinde.

Doch scheint die Region jetzt aufatmen zu können. Denn auch die Natur kommt entgegen. Der Projektleiter der Mückenbekämpfung hat erklärt, dass es in diesem Jahr weitgehend weniger Mücken geben werde - aus natürlichen Gründen. Die Bekämpfung mit BTI wurde jedoch trotzdem durchgeführt. Schließlich will man zuverlässige Ergebnisse haben. Denn eines ist sicher - die nächste Mückenplage kommt bestimmt.

Dieter Weiand

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