Allein unter Männern - nur wenige Frauen an der Spitze von Gemeinden

Frauen in Chefpositionen sucht man in vielen schwedischen Kommunen vergebens. Gerade einmal ein Viertel der Verwaltungschefs sind Frauen, so das Ergebnis einer Umfrage des schwedischen Rundfunks in jeder zweiten Kommune. Elinor Nilsson, Leiterin der Tourismusabteilung in Halmstad ist eine von ihnen.

Sie ist die einzige Frau unter 15 männlichen Kollegen Viel mehr Frauen müssten in Leitungsposten aufrücken, meint Nilsson. Aber gerade junge Talente würden oft abgeschreckt, weil die Männerbastionen nur schwer zu knacken sind: "Wenn man zum Beispiel auf einer Zweitageskonferenz ist, dann wird sauniert oder ein Whisky getrunken. Da bleiben die Männer gern unter sich."

Männerdomäne Verwaltungs-Chefsessel
Allein unter Männern, da ist Elinor Nilsson nicht die Einzige. In einigen Kommunen sind die Leitungsposten der Verwaltungen reine Männerdomänen. Von 1.700 kommunalen Chefposten im Lande, sind gerade einmal 23 Prozent mit einer Frau besetzt. Dabei haben die Verwaltungschefs großen Einfluss auf die Kommunalpolitik. Sie arbeiten die entscheidenden Vorlagen aus, die in den Parlamenten oft nur abgesegnet werden. Anders Pålsson, Personalchef in Halmstad, erklärt die Dominanz der Männer mit der Zurückhaltung weiblicher Kollegen: "Es gibt zu wenige Frauen, die einen Job wollen, zumindest was die Verwaltungsstellen in Halmstad angeht. Und ich verstehe wirklich nicht, warum."

Zumindest in Halmstad sollen Frauen jetzt ermuntert werden, sich für kommunale Spitzenpositionen zu bewerben, so Pålsson: ""Jetzt machen wir einen neuen Vorstoß, wenn es um Strategien zur Anwerbung geht. Wir wollen in Zukunft intern rekrutieren und die Gleichstellungspolitik soll dabei eine zentrale Rolle spielen."

Alexander Budde

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