Neues Gerät überführt Autofahrer unter Drogeneinfluss

Autofahren unter dem Einfluss von Drogen oder bestimmten Medikamenten ist auch in Schweden verboten. Bei Kontrollen haben die Polizisten jedoch oft Schwierigkeiten, den Drogeneinfluss so einfach nachzuweisen wie den Alkoholeinfluss beim Pusten. Seit Sommer 2001 können Streifenwagen mit einem neuen elektronischen Gerät zum Drogentest ausrücken.

Nach Schätzungen des Beirats zur Kriminalitätsverhütung nehmen rund 600.000 Schweden regelmäßig Präparate ein, die das Fahrvermögen beeinträchtigen. Gut ein Viertel von ihnen setzt sich in diesem Zustand hinter das Steuer. Ein kleiner Taschencomputer kann der Polizei jetzt sekundenschnell anzeigen, ob Drogen oder Medikamente im Spiel sind. Das Gerät ist nicht größer als eine Handfläche und misst die Reaktionszeit des Automobilisten.

Bislang hatte es die Polizei schwer, Fahrer unter Drogeneinfluss aus dem Verkehr zu ziehen. Das soll jetzt einfach und zuverlässig möglich sein, verspricht Lennart Högman, Psychologe an der Universität Stockholm, der den Drogentest zusammen mit der Universitätsklinik Karolinska Institutet entwickelt hat. Er sieht aus wie ein kleines Computerspiel und hat eigentlich nur einen einzigen Knopf. Da muss der Fahrer drücken, sobald er oder sie ein Kreuz auf dem Bildschirm sieht: „Ich drücke auf den Knopf, um das zu demonstrieren. Sobald das Kreuz erscheint, drücke ich so schnell wie möglich. Jetzt kommt es an einer anderen Stelle und ich drücke wieder."

Prozedur wie beim Pusten bei der Alkoholkontrolle
Innerhalb von fünf Minuten wird die Reaktionszeit gemessen. Sollte sich der Verdacht auf diese Weise erhärten, können die Polizisten eine Blutprobe anordnen, die dann Gewissheit bringt. Die ganze Prozedur ähnelt dem üblichen Pusten bei der Alkoholkontrolle. Derzeit sind die Polizisten noch gezwungen, dem mutmaßlichen Delinquenten tief in die Augen zu schauen, etwa wenn sie einen süßlichen Cannabis-Geruch erschnüffelt haben oder das Auto merkwürdige Schlangenlinien gefahren ist. Geweitete Pupillen und ein glasiger Blick können ein Anzeichen für Drogen sein. Die Methode gilt jedoch als äußerst unsicher. Mit Einführung des kleinen Computers könnte es bald sehr viel leichter werden, die gefährlichsten Fahrer zu stoppen, meint Lennart Högman.

Seit zwei Jahren ist das Autofahren unter Medikamenteneinfluss gesetzlich verboten. Im Vorjahr registrierte die Polizei rund 1.400 Autofahrer, die unter Drogeneinfluss unterwegs waren. Die am häufigsten nachgewiesenen Drogen waren Amphetamine, Cannabis, Schmerzmittel und Antidpressiva.

Alexander Budde

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