Debatte um Homo-Adoptionen

Noch ist es umstritten, das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare. Aber im November 2001 hatte der sozialdemokratische Parteitag grünes Licht gegeben, doch erst muss die Regierung mit Linken und Grünen verhandeln.

Die Minderheitsregierung braucht die Unterstützung der beiden Parteien, um einen entsprechenden Vorschlag durchs Parlament zu bringen. Vor 2003 wird das angestrebte Gesetz jedoch nicht in Kraft treten können.

Einen Monat nach dem sozialdemokratischen Parteitag haben die Verhandlungen über ein neues Adoptionsgesetz mit der Linkspartei und den Grünen begonnen. In der bislang am stärksten umstrittenen Frage sind sich die drei Parteien einig: homosexuelle Paare sollen das Recht erhalten, Kinder aus dem Ausland zu adoptieren. Zumindest sollen sie das Recht erhalten, sich wie heterosexuelle Paare auch, von den Behörden als Adoptiveltern prüfen zu lassen. Gleichzeitig erhalten lesbische Paare das Recht zur Insemination.

Was ist für die Kinder gut?
Sören Andersson, Vorsitzender des Landesverbandes für sexuelle Aufklärung, begrüßt die geplante Gesetzesänderung:"Mit diesem Gesetz sieht man die Dinge mal nicht aus der Sicht der Erwachsenen, sondern aus der Sicht der Kinder. Jedes Kind soll dahin, wo es am Besten aufgehoben ist. Und das kann ja in jeder beliebigen Familie der Fall sein. Außerdem ist mit dem Gesetz nicht länger zugelassen, eine ganze Gruppe von Menschen vom Recht der Adoption auszuschließen".

Jedes Kind soll dahin, wo es am Besten aufgehoben ist. Dies ist allerdings auch das Argument derjenigen, die Homosexuellen das Adoptionsrecht verweigern wollen. In Schweden gibt es einen starken Widerstand gegen die Homoadoption bei Kinderärzten, Psychologen und anderen Experten. Besonders, wenn es sich um Adoptionen aus dem Ausland handelt, befürchtet Börje Svensson von der Kinderhilfsorganisation "Rädda Barnen" Probleme:

"Es handelt sich ja um Kinder, die aus einer anderen Kultur stammen und beide Elternteile verloren haben. Ihnen soll in Schweden ein neuer Start im Leben ermöglicht werden, d.h. an einem völlig neuen Ort der Welt. Wir glauben, es ist das Beste fürs Kind, wenn es in eine ganz gewöhnliche Familie kommt. In eine Familie, wie sie im Herkunftsland und in Schweden die Norm ist."

Praktische Probleme zu lösen
Trotz der Bedenken aus Kreisen von Kinderhilftsorganisationen wird das Gesetz mit großer Wahrscheinlichkeit angenommen. Das wird allerdings dauern. Schweden muss nämlich ein Abkommen von 1967 über internationale Adoptionen mit einer Frist von 6 Monaten kündigen. Eine Reihe praktischer Probleme sind auch noch zu lösen, zum Beispiel die Auszahlung des Kindergeldes an zwei Väter bzw. zwei Mütter. In Regierungskreisen lässt man keinen Zweifel daran, dass die Änderungen der Auszahlungsregeln die bisherige Sozialgesetzgebung und das Familienrecht auf den Kopf stellen. Unter anderem wird nötig sein, Verfassungsexperten einzuberufen. Frühestens 2003, so rechnet man, kann das neue Gesetz in Kraft treten.

Gundula Adolfsson

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