Gedenken an Dag Hammarskjöld

UNO-Generalsekretär Kofi Annan stattet Stockholm heute einen Besuch ab. Der Grund: Am 17. September 2001 war es 40 Jahre her, dass der schwedische UNO-Generalsekretär Dag Hammarskjöld starb. Seine Maschine stürzte über dem Gebiet des heutigen Zambia ab. Doch Dag Hammarskjölds Einsatz für den Frieden wirkt bis heute nach.

"Wir alle wissen um die großen Probleme unserer Zeit, die sich in den Konflikten der internationalen Politik widerspiegeln. Mit den Bemühungen, diese Probleme zu lösen, haben die Vereinten Nationen eine schwerwiegende Verantwortung übernommen." An der Gültigkeit dieser Sätze hat sich bis heute nichts geändert. Dag Hammarskjöld sprach sie im Oktober 1956, drei Jahre nach seinem Antritt als Generalsekretär der Vereinten Nationen. In einem Jahr, das mit dem Aufstand in Ungarn und der Suezkrise internationaler friedensbewahrender Einsätze bedurfte. Mit diplomatischem Geschick konnte er sich dafür einsetzen, dass Truppen der UNO den zerbrechlichen Waffenstillstand während der Suezkrise stabilisierten. Später machte der Schwede sich als Vermittler in der Kongokrise einen Namen.

Kofi Annan wandelt auf Hammarskjölds Spuren. Nach seiner Wiederwahl als UNO-Generalsekretär im Frühjahr, erwähnte er den großen Diplomaten in seiner Dankesrede. Auf dem Weg nach Schweden besuchte er jetzt das Inland Kongos. Zivilcourage, Vision und die Unabhängigkeit Hammarskjölds sind dem höchsten UNO-Vertreter, der selbst mit einer Schwedin verheiratet ist, Vorbild. Der Besuch am Grabes Hammarskjölds anlässlich dessen 40. Todestages erscheint da verständlich.

Internationale Fragen besser in nationale Politik integrieren
Doch bevor es am Nachmittag soweit war, stattete Kofi Annan zunächst dem schwedischen Reichstag einen Besuch ab. In einem Gespräch mit Reichstagspräsidentin Birgitta Dahl ging es um die Frage, wie man internationale Fragen besser in die Politik der nationalen Parlamente eingliedern kann. Und, wie wichtig es ist, dass die Volksvertreter mehr Einfluss bei internationalen Beschlüssen erhalten.

Ein Thema, das auch Ende nächster Woche auf der Tagesordnung stehen wird, wenn die Reichstagspräsidenten der EU nach Stockholm kommen. Und vielleicht können sie sich dann eines anderen Ausspruchs von Dag Hammarskjöld zum UNO-Tag am 24. Oktober 1956 erinnern: "Auch materielle Fortschritte geben uns mehr Macht, einander zu helfen, als es jemals früheren Generationen beschieden war. Wir wissen, dass unsere menschlichen Kräfte und die ungeheuren Kräfte der Natur uns nicht nur die Kraft der Zerstörung, sondern auch die Macht zum Aufbau geben."

Agnes Bührig

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