Ludmila Engquist gesteht Doping

Ein Eingeständnis der Profisportlerin Ludmila Engquist erschüttert die Sportwelt Schwedens. Die 37-Jährige Goldmedalliengewinnerin im Hürdensprint von Atlanta hatte umgesattelt und auf eine erfolgreiche Teilnahme als Bobfahrerin bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City gehofft. Alles vergebens - sie wurde des Dopings überführt.

Panik und der Versuch, das Selbstbewusstsein wiederzuerlangen. Mit diesen Worten versucht die Bobfahrerin Ludmila Engquist, die Einnahme von anabolen Steroiden zu erklären. Und in einer langen Stellungnahme in der Boulevardzeitung Aftonbladet gibt sie ihr Bekenntnis zu Protokoll: Im Sommer habe sie ernsthafte Depressionen bekommen. Sie hätte sich mit der Frage herumgeschlagen, ob sie das leisten kann, was die Öffentlichkeit ihr zutraute, und das hiess: mit dem Bob zum Olympischen Gold im nächsten Jahr.

"Hatte an Respekt verloren"
Gegenüber dem schwedischen Rundfunk fasst ihre Gründe für das Doping so zusammen: "Ich hatte das Gefühl, dass das Team den Respekt vor mir verloren hat, dass ich so viel Wert bin wie jeder andere. Und so etwas kann dazu führen, dass man große Fehler macht."

Dabei hätte sie gewarnt sein müssen: Vor acht Jahren wurde die damals für Rußland antretende Narozjilenko zum ersten Mal bei der Einnahme von Dopingmitteln erwischt. Vier Jahre sollte sie gesperrt werden. Doch ein Gericht erkannte an, dass ihr damaliger Mann ihr die Präparate ohne ihr Wissen verabreicht hat. Bis 1995 war die Leichtathletin gesperrt. Doch dann sollte alles besser werden. Narozjilenko heiratete den Schweden Peter Engquist, nahm die schwedische Staatsbürgerschaft an und zeigte Spitzenleistungen. Sie holte eine olympische Goldmedaille über 100 m Hürden in Atlanta, 1997 konnte sie eine Goldmedaille bei der Leichtathletikweltmeisterschaft erringen. Und auch die Diagnose Brustkrebs 1999, konnte die gebürtige Russin nicht stoppen.

"Mein Leben ist zerstört"
Nachdem sie die Krankheit überwunden hatte, erreichte sie bei der Leichtathletikweltmeisterschaft vor zwei Jahren eine Bronzemedaille. Doch mit dem zweiten Dopingfall befürchtet Ludmila Engquist jetzt das Ende ihrer Sportlerkarriere. Eine Situation, die ihr sehr wohl bewusst ist: "Ich habe mich in eine sehr schwere Situation gebracht. Ich habe verbotene Mittel genommen, ja, ich kann nicht mal erklären, warum. Das war sehr dumm. Ich habe etwas genommen, was nichts geholfen hat, außer mein Leben zu zerstören."

Dieter Weiand

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