Lars Frölander Sportler des Jahres 2000

Svenska Dagbladets Auszeichnung für den Sportler des Jahres 2000 geht an Lars Frölander für ein unvergleichliches Finish unter maximaler Konkurrenz, der Wille wurde zu Gold. So lautet die Begründung der Jury. Und damit zielt die Jury natürlich auf Frölanders Leistung bei den olympischen Spielen in Sidney. Wo der stark erkältete Schwimmer alle Erwartungen übertraf und die Goldmedaille über 100 Meter Schmetterling vor 17 000 Zuschauern holte. Die favorisierten Australier Mikael Klim und Geoff Huegill, verwies er auf den Silber- und Bronzeplatz.

Für diesen umjubelten Sieg am 22. September in Sydney hatte Frölander sich vor allem auf den letzten 20 Metern noch einmal mächtig ins Zeug gelegt. Eine Anstrengung, die nun, mehr als zwei Monate nach den Olympischen Spielen erneut prämiert wurde.

"Das ist der beste Sportpreis, den man in Schweden bekommen kann", freute sich Frölander über die Auszeichnung. "Sportler des Jahres. Als ich in Sydney antrat, dachte ich, der Weltrekordler Michael Klim wäre der große Favorit. Das Publikum glaubte, dass mir eher der andere Australier, Geoff Huegill, den härtesten Widerstand bereiten würde. Ich kann mich noch an die Stille erinnern, 17 000 Zuschauer und kaum ein Laut."

Spannung wie bei der Bekanntgabe der Nobelpreis-Gewinner
Tips und Namen schwirrten bei der Zeitung Svenska Dagbladet durch die Luft. Wer würde Bragdmedaljör, wer würde Sportler des Jahres werden? Die Formen der Bekanntgabe des Preisträgers sind der Veröffentlichung der Nobelpreisträger nicht unähnlich. Allerdings ist es nicht eine Handvoll honoriger Professoren, die den Sportler des Jahres kührt, sondern ein 12-köpfiges Gremium.
So ganz sicher war diesmal niemand gewesen, dass gerade Lars Frölander zum Sportler des Jahres gekürt würde. Schließlich hatte auch der Ringer Mikael Ljungberg in Sydney eine Goldmedaille gewonnen. Die Schützin Pia Hansen imponierte in Sydney indem sie die erste Goldmedaille für Schweden holte. Kleinkaliberschütze Jonas Edman lief Down-under ebenfalls zu großer Form auf. Ganz zu schweigen von Jonas Jacobsson, der bei den Paralympics sogar zwei Gold- und zwei Bronzemedaillen eingeheimst. Deshalb war der Meisterschwimmer auch "nicht so sehr sicher", dass er die Auszeichnung bekommen würde. "Es gab ja diesmal vier Goldmedaillengewinner. Ich wusste, dass es schwer sein würde. Ich hab eben gehofft und geglaubt, dass ich es werde."

"Will noch Weltrekorde schagen"
Der 26-Jährige hat das meiste, was ein Schwimmer erreichen kann erreicht: Eine Olympische Goldmedaille, acht Mal Gold bei Weltmeisterschaften, neun Mal Europäisches Gold, zwei olympische Silbermedaillen, fünf WM-Silbermedaillen, sechs EM-Silber, zwei WM-Bronzemedaillen, sechs EM-Bronze. Bester männlicher Sportler 1999, Schwimmer des Jahres 1999. Nachdem er jetzt Sportler des Jahres geworden ist, könnte man fast vermuten, dass er genug Erfolge eingeheimst hat, aber "das ist ja verheißungsvoll für die Zukunft. Ich hoffe, dass ich mich als Schwimmer noch weiterentwickeln kann. Ich möchte sehen, wie schnell ich auf 100 Meter Schmetterling noch werden kann. Vier Jahre will ich noch dabei bleiben. Die Olympischen Spiele in Athen locken. Außerdem möchte ich Klims Weltrekord schlagen..."

Das Bragdguld, der Auszeichnung für den Sportler des Jahres ist Schwedens älteste Auszeichnung dieser Art. In diesem Jahr wird sie zum 75. Mal verliehen. Die glänzende Medaille für die glänzendste sportliche Leistung des Jahres ist aus 23-karätigem Gold mit einem Staffelläufer darauf, der soeben das Zielband durchreißt. Und hängen tut die Auszeichnung natürlich an einem Band in den schwedischen Nationalfarben Blau und Gelb.

Sybille Neveling

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