Gunilla Alsjö - Erfinderin des Senseboard

Gunilla Alsjö ist Erfinderin. Die Entwicklung der virtuellen Computertastatur Senseboard brachte ihr den Titel „Erfinderin des Jahres 2002" ein. Die resolute Geschäftsfrau hat ihr Büro am Technologiestandort Kista im Norden Stockholms.

Die schwedische Firma Senseboard Technologies hat sich zum Ziel gesetzt, die Welt der Kleincomputer zu revolutionieren. Denn mit den Computern sind auch die Tastaturen immer kleiner geworden, was die Dateneingabe nicht unbedingt erleichtert hat.

Das Senseboard besteht aus zwei gepolsterten Schlaufen mit Sensoren, die über den Handrücken gestülpt werden. Die Sensoren zeichnen die Fingerbewegungen auf, die der Nutzer auf der Tischplatte macht. Das Gerät übermittelt den Text dann drahtlos an den Taschencomputer. Die virtuelle Tastatur hat auf Computermessen weltweit für Aufsehen gesorgt. Den genialen Einfall dazu hatte die Schwedin Gunilla Alsjö.

Im schwedischen Sillicon Valley ist ihre eigene Firma
Alles begann mit ihrer Examensarbeit als Ergonomin, erzählt die Mutter zweier erwachsener Söhne in ihrem kühlen Bürogebäude im Stockholmer Vorort Kista: „Ich habe für einen Forscher gearbeitet, der wollte wissen, ob es möglich ist, Texte zu schreiben, ohne eine Tastatur zu benutzen. Als Ergonomin wollte ich ihm klar machen, dass das völlig unmöglich ist, aber er ließ nicht mit sich reden. Und ich musste am Ende einsehen, dass ich völlig falsch lag: Denn es funktioniert ausgezeichnet."

In Kista, diesem schwedischen Silicon Valley im Norden Stockholms, haben sich viele Technologieunternehmen angesiedelt. Senseboard Technologies hat heute zehn Mitarbeiter, erzählt Gunilla stolz. Und schon im nächsten Jahr soll die imaginäre Tastatur auf den Markt kommen. Drei Jahre Forschung und Entwicklung waren nötig, um das komplizierte Konzept zu verwirklichen. Und oft genug hat selbst die Erfinderin am Erfolg des Unternehmens gezweifelt, versichert sie: „Wenn Du ein Produkt entwickelst und eine Firma aufbaust, kommst Du früher oder später an den Punkt, wo du denkst: Es geht nicht, jetzt schmeiß ich die Brocken hin! Aber in solchen Situationen hat mich immer mein Mann aufgefangen. Der hat gesagt: Du bist so weit gekommen und es wird schon eine Lösung geben. Und es hat immer viele Menschen gegeben, die mir geholfen haben."

„Erfindungen kosten einen Haufen Geld"
Gunilla Alsjö ist in ein edles Kostüm gekleidet und betrachtet ihr Gegenüber durch ein irritierend schrilles Brillenmodell mit einem gezackten Blitz zwischen den Gläsern. Erfindungen kosten einen Haufen Geld sagt sie. Als Erfinder müsse man also auch an dieser Front innovativ sein. Denn die Leute, die über die Kredite entscheiden, hätten oft keinerlei Erfahrung damit, wie man ein Produkt vermarktet.

Für ihre Senseboard-Idee ist Gunilla Alsjö mit dem Titel „Erfinderin des Jahres" ausgezeichnet worden. Das ist viel Ehre in einem Land, das so geniale Tüftler wie Håkan Lans hervorgebracht hat, dem Erfinder der Computermaus, der Satellitennavigation und einer Menge anderer Dinge, ohne die die Welt nicht funktionieren würde.

In Schweden werden Frauen mit unternehmerischen Ideen vielfältig unterstützt. Es gibt Zuschüsse, wissenschaftliche Ratschläge und Erfindermessen zum gegenseitigen Austausch. Das wichtigste aber, sagt Gunilla Alsjö, ist Kommunikation. Wer im einsamen Kämmerlein sitzt wird niemals ein erfolgreicher Daniel Düsentrieb. „Auf der einen Seite musst du alles daran setzen, deine Erfindung zu schützen. Aber dass darf dich nie daran hindern, mit anderen über deine Idee zu sprechen. Denn nur so kriegst du die Unterstützung, die du brauchst. Und wenn du eine Erfindung nicht auf den Markt bringen kannst, wirst du wenig Freude daran haben."

Alexander Budde

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