„Safety first" durch Biometrie

Als eine Folge der Terroranschläge vom 11. September 2001 werden deutschen Innenministeriums die Rede. Augeniris, Stimme oder überall auf der Welt die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Zunehmend benutzt man biometrische Verfahren, um Menschen eindeutig zu identifizieren. Von Fingerabdrücken in Pässen ist zum Beispiel im zweiten Anti-Terror-Paket des Gesichtsform sind andere messbare individuelle Merkmale eines Menschen…

Im Herbst wird 2003 die internationale zivile Luftfahrtbehörde ICAO strengere Sicherheitsanforderungen stellen, die skandinavische Fluggesellschaft SAS bereitet sich vor.

Scandinavian Airlines testet neue Techniken, mit denen Personen durch maschinelles Ablesen bestimmter körperlicher Eigenschaften identifiziert werden. Peter Söderlund von SAS: „Seit dem 11. September kommen in vielen Ländern verstärkt Forderungen nach einer Identitätskontrolle für die Passagiere. Man will sicherstellen, dass die Buchung, das Ticket, der Pass und die tatsächliche Person auch wirklich zusammengehören. Heute lösen wir das manuell am Abfertigungsschalter mit einer Kontrolle des Passes oder Personalausweises."

Hoher Aufwand bisher

Solche Identitätskontrollen sind personalintensiv, langwierig und daher teuer. Durch maschinelles Ablesen gewisser unveränderlicher Kennzeichen der Personen könnte diese Kontrolle billiger und vielleicht auch sicherer werden. Die Reederei Bornholmstraffikken benutzt als erste in Nordeuropa Fingerabdrücke um ihre Stammkunden zu identifizieren. Susanne Finne von der Abfertigung der Reederei lobt die Geschwindigkeit: „Ein Vorteil ist, dass das Einchecken schneller geht. Jetzt ist ja garantiert, dass wirklich die Person, die die Karte besitzt, an Bord geht. Und damit können wir sie automatisch registrieren auf unseren obligatorischen Sicherheitslisten über die Passagiere des Schiffs."

Wer eine Zeitkarte bei Bornholmstraffikken hat, kann selbst per Fingerabdruck einchecken und zum Beispiel auf der Strecke Bornholm-Ystad mitfahren. Das spart der Reederei Personal und den Fahrgästen Zeit. Passagier Ea Jörgensen ist denn auch zufrieden: „Ich finde das ist praktisch. Jetzt hab ich eine Karte und kann einfach an Bord gehen. Ich brauche nicht mit dem Geld am Schalter anzustehen"

Der Fingerabdruck wird beim Kauf der Zeitkarte genommen und elektronisch in der Zeitkarte gespeichert. Ein Kunde hat die Prozedur gerade hinter sich. Sonnst assoziiert man Fingerabdrücke ja eher mit Polizeiwachen und Kriminellen...
„Ich hab das noch nie gemacht, aber es ist nicht weiter schlimm", freut er sich.

Finger wird abgelesen

Um an Bord zu kommen schiebt der Passagier seine Zeitkarte in ein Lesegerät ein und legt seinen Finger auf ein kleines Glasfenster. Das Gerät vergleicht den Fingerabdruck auf der Fahrkarte mit dem Original. Diese Methode ist sicherer als ein PIN-Kod betont der Verkehrsleiter der Reederei, Kim Sörensen: „Wenn man die Fahrkarte verlieren sollte, kann keiner etwas damit anfangen...”

Niemand hat den richtigen Fingerabdruck. Nach einer Untersuchung von Bornholmstrafikken hat allerdings ungefähr jeder fünfte Passagier etwas dagegen, dass sein Fingerabdruck genommen wird. Vor allem dem Persönlichkeitsschutz gilt die Besorgnis… möglichen Eingriffen in die persönliche Identität…dass der Fingerabdruck in einer Datei gespeichert und dann zu anderen Zwecken benutzt wird. Doch Sörensen beruhigt: „Wir nehmen zwar den Fingerabdruck, aber wir speichern ihn nur auf der Fahrkarte. Und die hat der Kunde ja selbst. Das Lesegerät vergleicht den Originalabdruck mit dem auf der Karte. In der Datei der Reederei haben wir den Abdruck nicht."

Neue Sicherheitsanforderungen

Im Herbst 2003 wird die internationale zivile Luftfahrtbehörde ICAO strengere Sicherheitsanforderungen stellen. Anforderungen, die sich auch in unseren Pässen niederschlagen werden. In ungefähr 4 bis 5 Jahren, werden besondere Kennzeichen, Fingerabdruck, die Iris des Auges oder die Gesichtsform elektronisch im Pass vermerkt sein. Die Entwicklung wird dadurch beschleunigt, dass die USA diese Informationen schon zum Herbst 2004 anfordern.

Bei der Reederei Bornholmstrafikken glaubt Verkehrsleiter Sörensen, dass es sich um eine Technik mit Zukunft handelt und der schwedische IT/Experte Niklas Mattson gibt im Recht, aber er sieht auch Risiken. „Natürlich will keiner, dass diese Informationen in die falschen Hände geraten. Mit der Computertechnik kann man verschiedene Informationen leicht verbinden… ein bisschen aus dieser Datei ein bisschen aus einer anderen, kombiniert mit Kameraüberwachung und maschineller Gesichtserkennung. Das kann gefährlich sein. In Schweden haben wir ja ein Datenschutzgesetz. Wer Informationen über Personen registrieren will, braucht eine Genehmigung. In Zukunft werden in diesem Bereich wesentlich mehr Genehmigungen beantragt werden", glaubt der Datenexperte.

Sybille Neveling

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Du hittar dina sparade ljud i menyn under Min lista