Neue Idylle für Schwedens Störche

Frauen sind wie Frösche: Dauernd am Quaken und Angst vor dem Klapperstorch. Weder Frauen noch Frösche mussten sich in Schweden in den letzten Jahrzehnten vor dem Storch fürchten, denn er war hierzulande vom Aussterben bedroht. Um diesen Prozess aufzuhalten, gründete sich 1986 im südschwedischen Schonen ein Großprojekt.

Mit dem Storch verbindet sich ausschließlich positives, nämlich reicher Kindersegen und ländliche Idylle. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist der Storch im Westen Europas jedoch immer seltener geworden. Dies hat in erster Linie mit Veränderungen in der Landwirtschaft zu tun. So wurden im schwedischen Schonen beispielsweise vor rund 150 Jahren fast alle Sümpfe trocken gelegt und Wiesen in Getreidefelder umgewandelt. Für den Storch ein tragischer Verlust seiner Lebensräume. Denn der Vogel ernährt sich hauptsächlich von Fröschen und Insekten. Seit gut 15 Jahren arbeiten schwedische Biologen in einem Großprojekt daran, den Storch dauerhaft nach Schonen zurück zu locken.

Langfristiges Ziel ist es, 150 freilebende Storchenpaare im Land zu haben, bislang, sind es 25. Ganz einfach ist die Realisation laut Projektleiter Ole Olsson nicht: „Das ist sehr schwer. Wir haben in der Vergangenheit beobachtet, dass sich einige Jungtiere auf den Weg machten. In den letzten zwei Jahren ist das nicht mehr vorgekommen, obwohl die Voraussetzungen da waren. Wir müssen abwarten was passiert"

Ehevermittlung

Bis dahin finden die Störche Schutz in insgesamt sieben extra errichteten Schutzbauten. Hier werden die Jungtiere geboren und später in die Freiheit entlassen: „Wir haben aber nicht wirklich Kontrolle über die Tiere. Sie bauen dort ihre Nester, wo sie es für richtig halten, wie z.B. hier oben im Stall. Wir haben im Nachhinein eine Konstruktion gebaut, damit das Nest nicht runterfällt". Wenn sich ein Storch dem geschlechtsfähigen Alter nähert, so mit 2-3 Jahren, beginnen die Tierschützer mit der Ehevermittlung. Störche mögen genau wie Menschen keine arrangierten Verbindungen. Trotzdem müssen Beziehungen zwischen nahen Verwandten vermieden werden. „Die Störche haben ein ähnliches Paarungsverhalten wie Menschen. Da kommt alles vor: Scheidungen und Neuvermählungen", so der Tierschützer Olsson, der seine Störche kennt. Sowohl die markierten, als auch die ohne Ring am Bein: „Wir haben hier ein recht bekanntes Männchen. Es ist schon viel herumgezogen und kam am 4. April zu uns zurück. Und dann ist hier noch ein Weibchen, das unmarkiert ist und schon zwei Winter lang bei uns geblieben ist".

Um den Storchenbestand langfristig zu sichern, sind neben der Pflege der Tiere, umfangreiche Veränderungen im Naturschutz nötig. Doch Ole Olsson zeigt sich zuversichtlich, dass der Storch in Schweden langfristig überleben wird:" Die Zukunft sieht positiv aus. Wir arbeiten momentan daran, Sumpflandschaften anzulegen. Diese Arbeit muss auf jeden Fall weitergehen, damit wir Platz für die rund 150 angestrebten Storchenpaare bekommen. Außerdem sieht es so aus, als ob die Kraftwerke dazu übergehen, ihre Leitung unterirdisch zu verlegen. Das ist gut für den Storch".

Ulrika Koch

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