Impotenz kann Zeichen für Herz-Kreislauferkrankungen sein

Impotenz-Probleme sind nicht selten ein Fingerzeig für Herz-Kreislauferkrankungen. Das haben jüngste medizinische Forschungen ergeben. Ein Malmöer Arzt fordert nun die Einführung entsprechender allgemeiner Untersuchungen für Männer, die an Impotenz leiden.

Ronnie Willenheimer, Dozent an der Universitätsklinik Malmö, hat die aktuellen Forschungsergebnisse in einem Buch verarbeitet. Darin propagiert er ein allgemeines Check-Up für Männer mit den einschlägigen Sorgen: "Natürlich kann man Probleme mit Impotenz haben, ohne deshalb an einer Herz-Kreislauferkrankung zu leiden. Dennoch kommt ein Zusammenhang zwischen beiden Erscheinungen so häufig vor, dass es sich durchaus lohnt nachzuforschen, ob sich sozusagen unter der Oberfläche der sexuellen Störung eine Herz-Kreislauferkrankung verbirgt."

Die schwächelnde Manneskraft kann laut Willenheimer ein recht früher Hinweis auf weiter gehende Probleme sein. Bis zu fünf Jahre vor Stroke oder einem Herzinfarkt kann der entsprechende Patient Sorgen mit Impotenz bekommen. Jedenfalls wurden bei 50 Prozent aller Männer, die sich deswegen zum Arzt begaben, bislang unerkannte Herz-Kreislaufstörungen festgestellt. Natürlich, so Ronnie Willenheimer, gibt es auch zahlreiche andere Methoden, um Herzinfarkt-Risikopatienten auszumachen. "Doch diese Methoden sind oftmals sehr kompliziert. Da ist es doch viel einfacher, einen Mann zu fragen, wie es um seine Potenz steht. Fällt die Antwort negativ aus, kann man weitere Untersuchungen anstellen und herausfinden, ob eine Herz-Kreislauf-Erkrankung vorliegt."

Untersuchungen sind günstig
Der Zusammenhang liegt schließlich auf der Hand: Impotenz ist ein Hinweis auf eine Störung der normalen Blutkreislauf-Funktion. Ronnie Willenheimer betont, ein allgemeines Screening, also eine allgemeine Untersuchung betroffener Männer sei nicht nur unkompliziert, sondern im Vergleich zu anderen Methoden auch weniger kostspielig. "Ich denke, solche Untersuchungen wären unerhört wichtig und könnten großen Nutzen bringen. Das Problem ist freilich, dass man mit dieser Methode nur Männern helfen kann und nicht Frauen."

Gewiss, Sorgen um die Potenz sind und bleiben nun mal ein zweifelhaftes Vorrecht der Vertreter des so genannten starken Geschlechts. Ob man über diese Sorgen aber so offenherzig reden mag, ist wieder eine andere Frage.

Anne Rentzsch

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Du hittar dina sparade ljud i menyn under Min lista