Zwist um Seesicherheit

Nach Unglücken wie dem Untergang der Estonia ist die schwedische Seefahrtsbehörde mehr denn je auf Sicherheit bedacht. Diese Sorgfaltspflicht bringt sie nun in Konflikt mit deutschen Behörden. Zwischen beiden Ländern ist ein Streit um die Seetauglichkeit einer Fähre entbrannt. Nach Meinung des schwedischen Amtes darf die deutsche „Adler Baltic" nicht die Ostsee kreuzen.

Von deutscher Seite schien alles klar. Die Adler Baltic sollte ab diesem Sommer zwischen der südschwedischen Stadt Ystad und der Insel Rügen kreuzen. Bei einem Probelauf im Juni zeigten die schwedische Seefahrtsbehörde allerdings die rote Karte, berichtet der stellvertretende Direktor Per Nordström: „Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass diese Fähre nicht zu dem Zweck eingesetzt werden kann, wie es geplant war. Grund dafür ist, dass die Adler Baltic von einer Reihe von Bestimmungen, die sonst in der südlichen Ostsee gelten, ausgenommen wurde".

Die Mängel, die die schwedischen Inspektoren bei der deutschen Fähre feststellten, sind offenbar für den Transport von Passagieren untragbar: „Die Ausnahmeregeln, die für die Adler Baltic erlassen wurden, betreffen vor allem den Brandschutz. Aber wir finden das nicht richtig, weil es kein anderes Fahrzeug auf der Ostsee gibt, für das ähnliches zutrifft. Das haben wir den deutschen Behörden mitgeteilt und ihre Fahrerlaubnis somit in Frage gestellt".

Lebensabend als Shoppingfähre

Die Adler Baltic hat bereits unzählige Seemeilen auf dem Buckel: Die Fähre ist 30 Jahre alt und fasst insgesamt 700 Passagiere. Ihren Lebensabend sollte sie nach deutschem Willen als Shoppingfähre fristen.

In einem Brief an das deutsche Verkehrsministerium hat die schwedische Seefahrtsbehörde ihre Bedenken nun angemeldet. Sollte die Fähre trotzdem auf der Strecke Ystad-Rügen eingesetzt werden, sind die Schweden wild entschlossen, die Adler Baltic erneut einer genauen Prüfung zu unterziehen, erklärt der Vizedirektor des Seefahrtsbehörde: „Sollte dieses Fahrzeug auf der Ostsee verkehren, werden wir die Fehler, die wir entdeckt haben, erneut kontrollieren, das gilt zum Beispiel auch für die Rettungskenntnisse der Besatzung".

Ulrika Koch

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