Wilderer dezimieren Wolfbestand

Der kleine Wolfbestand in Schweden ist vom Aussterben bedroht. Deshalb stehen Wölfe unter besonderem Schutz. In den vergangenen Jahren haben die Bemühungen zur Mehrung der schwedischen Wolfpopulation denn auch Erfolge gezeitigt. Aber im vergangenen Winter ging die Zahl der Tiere wieder zurück.

Das Wohlbefinden von Meister Isegrim liegt dem schwedischen Staat am Herzen. Ziel ist es laut Reichstagsbeschluss, einen Stamm von 200 Wölfen im Lande aufzubauen.

„Bisher haben wir weniger als 100 Wölfe in Schweden und Norwegen zusammen, es ist also noch ein ganzes Stück bis dahin”, so der Biologe Olof Liberg von der Forschungsstation Grimsö der schwedischen Landwirtschaftsuniversität. Noch im vergangenen Jahr standen die Zeichen gut. Knapp 100 Wölfe in Schweden und Norwegen, diese Zahl wurde seit Mitte des 19. Jahrhunderts nicht mehr erreicht.

Wilderei
Doch mittlerweile geben die Forscher den Bestand mit 80-90 Tieren an. Hauptgrund für den Wolf-Schwund ist laut Olof Liberg die illegale Jagd. „Die illegale Tötung von Wölfen ist wahrscheinlich der wichtigste Verlustfaktor. Wir gehen davon aus, dass die Jagd im vergangenen Winter verstärkt worden ist und der Bestand deshalb dezimiert wurde”, sagt Liberg.

Hass auf den Wolf
Mit Wolfsfell oder -fleisch ist nicht das große Geld zu verdienen. „Wolfshass” benennt der Forscher statt dessen den wichtigsten Auslöser dafür, dass so mancher beim Anblick der Graukittel zur Flinte greift. Im hohen Norden, in Norrland, gibt es kaum Wölfe - die Raubtiere würden eine allzu große Bedrohung der Rentierbestände darstellen. Dalarna, Örebro und Värmland sind stattdessen die wichtigsten schwedischen Wolf-Gebiete. Dort muss man sich zwar nicht so häufig um Isegrims Wüten in der eigenen Herde sorgen; der Gedanke an den Wolf, der ums Haus schleicht, versetzt viele Einwohner aber dennoch nicht in Entzücken.

Im vergangenen Jahr wurden die den Tieren angesteckten Radiosender ausgetauscht, um sie für Jäger nicht so leicht auffindbar zu machen. Doch das Wichtigste ist es nun laut Olof Liberg, der ängstlichen Bevölkerung seitens der Behörden Unterstützung zu geben: „Ich denke, man muss mehr auf die Lokalbevölkerung hören. Wenn die Wölfe eine Bedrohung darstellen, wenn sie beispielsweise Tierherden bedrohen, dann muss es seitens der Behörden möglich sein, rasch in dem betroffenen Gebiet die Schutzjagd zuzulassen. Bisher gehen diese Dinge zu langsam.”

Zunächst einmal hoffen nun Schwedens Wolf-Freunde auf eine neuerliche Mehrung des Bestandes. Und die Zeichen stehen nicht schlecht: Denn in diesem Jahr zeigen sich die Wölfe offenbar amourösen Abenteuern besonders zugeneigt. Jedenfalls haben die Forscher besonders viele Paare ausgemacht. Das läßt für das kommende Jahr auf reichen Welpensegen schließen.

Dieter Weiand

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