Traumjob Fußballerin

Schwedische Fußballfans haben Grund zum Jubeln: Die Damen im blau-gelben Trikot stehen im Endspiel der Frauenfußball-Weltmeisterschaft in den USA. Am 6. Oktober gewann die schwedische Nationalelf das Halbfinalspiel gegen Kanada mit 2:1; beim Finale am kommenden Sonntag treffen nun Schweden und Deutschland aufeinander. Die Siegeszüge der Nationalmannschaft bedeuten nicht zuletzt eine Menge für den Nachwuchssport hier zu Lande.

Der Jubel war groß heute morgen nach dem Sieg. Die schwedische Rundfunkreporterin mochte ihre Begeisterung nicht verhehlen. Lauthals jubelte sie: "Das Spiel ist vorbei! Schweden hat Kanada besiegt und ist drin im WM-Finale, zum ersten Mal!" Ende gut, alles gut für das Team um Trainerin Marika Domanski-Lyfors.

Angefangen hatte es mit einem Dämpfer für Schweden: Durch einen Freistoßtreffer waren die Kanadierinnen in Führung gegangen. Doch dann holte Blau-Gelb auf, vor allem dank Victoria Svensson. Sie bereitete zwei Tore vor, zunächst mit einem Freistoß auf Malin Moström, die in der 79. Minute den Ausgleich erzielte. Sieben Minuten später traf Josefine Öqvist zum 2:1-Endstand. Torschützin Moström war im Freudentaumel: "Es ist toll, das ganze Team hat unheimlich gute Arbeit geleistet. Ein wunderbares Gefühl!"

Lieblingssport Mädchen-Fußball
Nicht nur bei erwachsenen Fans treffen die Erfolge der Nationalmannschaft auf Genugtuung. Unter schwedischen Mädchen rangiert Fußball auf der Liste der beliebtesten Sportarten hinter dem Reiten auf Platz zwei; in den Fußballklubs der Junioren behaupten die Mädchen schon längst ganz selbstverständlich ihren Platz. Und natürlich, das ergab eine Umfrage des Schwedischen Rundfunks, sind sie auf dem Laufenden, was die Spiele im amerikanischen Oregon angeht.

Alice Ros ist achteinhalb und findet es schade, dass die meisten Spiele erst in den Nacht- und frühen Morgenstunden laufen, wenn sie schlafen muss. Dennoch hat sie den Einsatz der Schwedinnen bei der WM verfolgt, so gut es geht: "Ich finde, sie haben bisher ziemlich gut gespielt. Beim Match gegen die USA hatten sie ein bisschen Pech, aber dann haben sie gegen Brasilien gewonnen und darüber war ich richtig geschockt. Immerhin ist Brasilien ja enorm gut."

Lisa Hoffmann Karlsson ist ein wenig älter, schon stolze 13. Für sie ist klar: die wichtigsten Spiele werden vor dem Fernseher verfolgt. "Selbstverständlich! Ist doch logisch, dass man nicht schläft, wenn man Fußball sehen kann!"

Fußballerinnen - die neuen Stars
Stars wie Victoria Svensson oder Hanna Ljungberg sind Idole für die Mädchen. Und Vorbilder sind wichtig, meint der Jugendtrainer Robert Landholm. Er freut sich über den Zustrom von Mädchen zu den Fußballklubs und prophezeit dem schwedischen Damenfußball eine lichte Zukunft - dank größerer Auswahl an Talenten und einer geänderten Sicht auf fußballspielende Mädchen. Landholm ist sich sicher: "Man hat jetzt angefangen, die Mädchenmannschaften ähnlich wie die Mannschaften der Jungen zu trainieren. Mehr Fußball und weniger lustiges Drumherum. So in fünfzehn Jahren werden wir eine noch bessere Nationalmannschaft haben als heute."

Doch zunächst einmal müssen sich die Damen bei der WM gegen Deutschland bewähren. Alice Ros und ihre Mistreiterinnen haben da schon mal ein paar Tipps parat: "Sie müssen ordentlich rangehen und viele Pässe spielen." Ein anderes Mädchen meint: "Ein gutes Passspiel ist wichtig, eine gute Torverteidigung und harte Schüsse." Bei solch sachkundiger Anleitung dürfte eigentlich nicht viel schief gehen. Vor dem Endspiel am Sonntag können die deutschen Spielerinnen also zittern.

Anne Rentzsch

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