Medizin-Nobelpreis 03 für Paul C. Lauterbur und Sir Peter Mansfield

Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an den Amerikaner Paul C. Lauterbur und den Briten Sir Peter Mansfield. Sie haben Grundlegendes darüber herausgefunden, wie die inneren Organe des Menschen auf exakte und schonende Weise abgebildet werden können.

Die beiden Forscher erzielten bereits zu Anfang der siebziger Jahre bahnbrechende Forschungsergebnisse, die zur Entwicklung der Magnet-Resonanz-Abbildung führten - heute ein Routineverfahren bei der medizinischen Diagnostik. Das Verfahren habe den entscheidenden Durchbruch sowohl für die Behandlung der Kranken als auch für die medizinische Forschung gebracht, lobte die Nobelversammlung des Karolinska Institutet in Stockholm.

Der 74-jährige Chemiker Paul C. Lauterbur konnte bei der ihm zugeschriebenen Entwicklung zweidimensionaler Abbildungen auf eine Entdeckung zurückgreifen, die bereits 1952 mit dem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet worden war. Wasserstoffatome im menschlichen Körper sind normalerweise ungeordnet, können durch ein starkes Magnetfeld aber in eine bestimmte Richtung gezwungen werden. Wird das Magnetfeld wieder abgeschaltet, springen die Atome in ihre Ursprungslage zurück und setzen dabei Energie frei. Anhand der Daten kann der Computer ein kontrastreiches Bild der Flüssigkeitsverteilung im Gewebe errechnen.

Fortschritt dank modernster Computertechnik
Der 70 Jahre alte Physiker Sir Peter Mansfield verfeinerte die Methode des Kollegen mit Hilfe der Computertechnik soweit, dass sich die Ärzte heute beliebige Gewebestrukturen aus dem Körperinneren als dreidimensionale Darstellung anschauen können. Keine andere Technik kann Weichteilstrukturen so differenziert und detailliert darstellen wie die Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT). Allein in Schweden wird das Verfahren rund 300.000 Mal im Jahr angewandt, weltweit sollen es nach Angaben des Nobel-Komitees mehr als 60 Millionen Untersuchungen sein.

Die Technik habe die medizinische Diagnostik revolutioniert, sagt der Vorsitzende des Nobelkomitees, Professor Bo Angelin. Ihr Haupteinsatzgebiet sei die Diagnostik von Erkrankungen im Bereich des Kopfes und der Wirbelsäule. Bei Diagnose und Behandlung der Nervenkrankheit Multiple Sklerose beispielsweise sei die Methode allen anderen Abbildungstechniken weit überlegen.

Keine schädlichen Nebenwirkungen
Anders als bei der Computertomographie (CT) werden bei dem von Lauterbur und Mansfield entwickelten Verfahren keine Röntgenstrahlungen eingesetzt. Eine schädliche Wirkung auf den Organismus konnte deshalb bislang nicht nachgewiesen werden. Durch die hohe Auflösung können sich die Ärzte auch Veränderungen der Organe anschauen, wie sie etwa durch Tumore, Zysten oder Muskelschäden entstehen. Und sie können das Verfahren beliebig oft wiederholen, ohne den Patienten zu schaden. Eine Methode, die beschwerliche und risikoreiche Verfahren ersetzt und so das Leiden vieler Kranker vermindert.

Beide Forscher teilen sich das Preisgeld von umgerechnet rund einer Million Euro. Die Nobelpreise werden traditionsgemäß am 10. Dezember überreicht, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel.

Alexander Budde

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