Physik-Nobelpreis 2003 an Quantenphysiker-Trio

Nach Literatur und Medizin stand die Verkündung des Physik-Nobelpreises auf dem Programm. Ausgezeichnet wurden drei Forscher aus den USA und Russland, die in der Quantenphysik Ruhmreiches geleistet haben.

„Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften vergibt den Physik-Nobelpreis 2003 an Alexei A. Abrikosov, Vitaly L. Ginzburg und Anthony J. Leggett für bahnbrechende Arbeiten im Bereich der Supraleiter und Supraflüssigkeiten." Mit diesen Worten wurde das lang gehütete Geheimnis der Physik-Nobelpreisträger 2003 gelüftet und drei Wissenschaftler aus dem Bereich der Quantenphysik geehrt.

Alle drei haben sich um die Entwicklung von supraleitendem Material verdient gemacht. Es wird gebraucht, um Strom ohne Widerstand übertragen zu können, zum Beispiel bei der Kernspintomographie im Krankenhaus. Zunächst war dies aber nur in der Nähe des absoluten Nullpunktes möglich, der bei etwa minus 273 Grad Celsius liegt.

Alte Herren geehrt
1986 gelang ein Experiment bei höheren Temperaturen, und Alexei Abrikosow, der heute emeritierter Professor am Argonne National Laboratory im US-Bundesstaat Illinois ist, konnte die theoretische Erklärung dafür liefern. Kein Wunder, dass sich der 75-Jährige über den späten Ruhm freut: „Ich bin erleichtert. Denn ich war oft nahe dran, ausgezeichnet zu werden, aber immer, wenn der Preisträger genannt wurde, war es jemand anders. Und diesmal war zum ersten Mal ich gemeint."

Auch für seinen Landsmann, den Russen Vitaly Ginzburg, ist es schon ein Weilchen her, dass er mit seinen Forschungsergebnissen zum Typ I-Supraleiter Schlagzeilen machte. 87 Jahre alt ist der frühere Leiter des Physikalischen Institutes P.N. Lebedew in Moskau heute. Dass er den Physik-Nobelpreis noch einmal bekommen sollte, daran hat er fast schon nicht mehr geglaubt: „Das war unerwartet. Stimmt das wirklich? Ich stand schon seit über 30 Jahren auf der Liste der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften. Sie dürfen nicht vergessen, dass ich meine Hauptarbeit in den 50er Jahren veröffentlicht habe - das ist schon 50 Jahre her."

Leggett entwickelte Theorie über Suprafluidität
Teilen muss sich Ginzburg das Preisgeld über 1,1 Millionen Euro nun nicht nur mit Abrikosov, auf dessen Forschung seine eigenen Untersuchungen aufbauen. Auch Anthony Leggett, mit 65 Jahren der jüngste der drei Preisträger, steht ein Drittel der Summe zu. Er lehrte heute an der University of Illionois in Urbana-Champaign. In den 70er Jahren gelang es ihm, zu erklären, wie bestimmte Helium-Atome im suprafluiden Zustand in Wechselwirkung treten und geordnet werden. Auch diese Theorie hat dazu beigetragen, die Leitung von Strom ohne Widerstände weiterzuentwickeln.

Agnes Bührig

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