Deutsche Ferienhaus-Besitzer geprellt

Als die Schweden 1994 über den Beitritt in die Europäische Union abgestimmt haben, hatten viele Skeptiker davor gewarnt, dass Deutsche zu Tausende ins Land strömen und Ferienhäuser kaufen würden. Ganz so ist es dann zwar nicht gekommen, aber gerade im Westen und Süden Schwedens haben sich viele Deutsche ein Häuschen zugelegt. Zum ersten Mal seit dieser Zeit hat jetzt die Nachfrage abgeklungen. Gleichzeitig versuchen Trickbetrüger viele Ferienhausbesitzer mit erfundenen Rechnungen zu prellen.

Vor allem in der Region Småland scheint die Zahl der an Deutsche verkauften Ferienhäuser zum ersten Mal seit Jahren zu stagnieren. Dies belegen erste Berechnungen der Touristikbranche. Magnus Friman ist Makler in Växjö und kann dies bestätigen. "Ja die Zahl der Interessenten aus Deutschland ist zurückgegangen. Das hat vielleicht mit der schlechten wirtschaftlichen Lage dort zu tun", mutmaßt Friman. Der Schwedische Rundfunk hat mehrere Makler in Småland befragt und diese haben ausnahmslos das gleiche Bild in der sonst als "tyskbältet" - also Deutschengebiet - deklarierten Region wiedergegeben. Während das Interesse aus Deutschland abnimmt, nimmt die Zahl der Käufer aus Dänemark zu.

"Deutsche sind sparsamer geworden"
Die Urlauber aus Deutschland dagegen griffen in diesem Jahr dagegen auf die billigere Variante zurück und haben häufig auf Campingplätzen übernachtet. Lena Larsson vom Småländischen Tourismusbüro glaubt jedoch, dass die goldenen Zeiten erst einmal vorbei sind: "Wir waren ja verwöhnt aus vergangenen Zeiten, weil so viele Deutsche hierhergekommen sind. Jetzt aber konnten wir vielerorts feststellen, dass die Leute sparsamer geworden sind."

Nach vielen Jahren im Aufwärtstrend ist eine Stagnation eigentlich natürlich. Und auch die Makler in Südschweden werden wohl einsehen, dass der Markt für Ferienhäuser in Schweden auch im bevölkerungsreichen Deutschland nicht unbegrenzt ist. Für viele Dörfer und Gemeinden hängt jedoch einiges davon ab, dass die Touristen aus dem Süden weiter kommen. Håkan Edvarsson betreibt einen Lebensmittelladen im Dörfchen Torne südlich von Växjö. "Wir hoffen, dass dies Bestand hat, denn die Einkommen aus dem Tourismus sind hier für uns überlebenswichtig", sagt er.

Vorsicht, Trickbetrüger!
Gleichzeitig müssen sich diejenigen in acht nehmen, die bereits ein Ferienhäuschen in Schweden ihr Eigen nennen. So warnt der Schwedische Handelsverband vor Trickbetrügereien mit falschen Rechnungen. Dabei wird Leuten, die im Ausland wohnen und ein Ferienhaus in Schweden haben, eine Rechnung für eine Leistung, die gar nicht erbracht worden ist, nach Hause geschickt. Der Branchenverband geht davon aus, dass 20 Millionen solcher Luftrechnungen im Jahr aus Schweden verschickt werden. Vor allem ausländische Besitzer werden von Betrügen als leichte Opfer angesehen, da sie eben häufig nicht in der Lage sind zu entscheiden, ob sie für eine Rechnung auch tatsächlich etwas erhalten haben.

Beim Verdacht, eine solche Rechnung auf dem Schreibtisch liegen zu haben, rät der schwedische Verbraucherschutz dazu, eine Antwortschreiben aufzusetzen. In dem Brief sollte betont werden, dass die in der Rechnung aufgeführte Leistung nicht erhalten wurde. Rechnungsnummer, Datum sowie Name und Adresse solten angeben werden. Auf keinen Fall anrufen, denn häufig sind solche Betrüger mit einer kostenpflichtigen Nummer angegeben. Selbst bei einem Inkassounternehmen gilt es, einen kühlen Kopf zu behalten. Denn das Inkassounternehmen oder der Rechnungssteller müssen beweisen, dass die Forderung zu Recht gestellt wird.

Dieter Weiand

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