Netzwerk für Ostseefische

Stumm wie ein Fisch sagt die Redensart, aber sie ist überholt. Denn Fische machen sehr wohl Geräusche. In der Fishbase kann man sich davon überzeugen. Diese Internetdatei, an der unter anderem die Universität Kiel und das Naturgeschichtliche Museum in Stockholm massgeblich beteiligt sind, legt gerade einen besonderen Schwerpunkt im Ostseebereich.

Hinter der altehrwürdigen Backsteinfassade des Naturgeschichtlichen Museums in Stockholm verbirgt sich High-Tech. In den stuckverzierten Hallen aus der Zeit der schwedischen Nationalromantik haben verstaubte Walgerippe längst leistungsstarken Computern Platz gemacht. So forschen schwedische Biologen dort unter anderem mit Hilfe von Fishbase. In einem modernen Vorlesungssaal steht Kaisa Garpe. Die junge Biologin an der Universität Stockholm, und erläutert, wie sie diese Datenbank für Fisch bei ihrer Forschung nutzt. 28 000 Fischarten werden in Fishbase genannt, illustriert mit 35 000 Fotos, Karten und Lauten. Wie zum Beispielder eines Seeskorpion.

Seeskorpione kommen auch in der Ostsee vor. „Zur Zeit arbeitet Fishbase besonders intensiv in diesem Binnenmeer“, erzählt Sven Kullander, Intendent des Naturgeschichtlichen Museums in Stockholm. Es gehe darum, die Voraussetzungen für eine ökologisch haltbare Fischerei zu schaffen, sagt der erfahrene Wissenschaftler. Früher waren die Informationen nur in den jeweiligen Forschungsinstituten bekannt und dadurch teilweise auch für Fachleute schwer zugänglich. Offizielle Absprachen gewährleisten jetzt, dass Wissenschaftler rund um die Ostsee am Aufbau der Dateien mitwirken können.

Zuverlässige Daten

„Fishbase ist im Ostseebereich noch nicht komplett. Gleichzeitig besteht hier ein großer Bedarf an Informationen über den Zustand der Umwelt, die Auswirkungen der Fischerei und welche Arten überhaupt vorkommen. Die Angaben, die wir benutzen, stammen aus der Forschung. Korrekte und zuverlässige Daten, das ist wichtig", sagt Kullander.

Zu diesen konkreten Daten gehören auch die Laute, die die Fische von sich geben. Ende der Achtzigerjahre riefen Daniel Pauly, damals an der Universität von British Columbia und Rainer Froese, vom Institut für Meeresforschung in Kiel, die Datenbank für Fisch ins Leben. Das Ostseeprojekt wurde der Fachwelt erst im November 2003 offiziell vorgestellt. Verschiedene Museen, die staatliche schwedische Fischereiverwaltung sowie Fischereibehörden und Institute in Polen, Estland und Deutschland arbeiten an der Datenbank mit .
Nicht zuletzt gehe es darum, festzustellen, wie sich die Fischbestände entwickeln. Sowohl in der Ostsee als auch in anderen Meeren, sagt Sven Kullander: „Die vorhandenen Informationen werden koordiniert und gesammelt. Wir hoffen auch, dass Wissenschaftler in anderen Regionen dem Beispiel unserer Ostseezusammenarbeit folgen."

Suche nach korrektem Namen

Lotta Järnmark zeigt, dass die Datenbank auch für Laien geeignet ist. Fishbase gibt es unter anderem in schwedischen und deutschen Versionen. Den wissenschaftlichen Namen des Fisches braucht man nicht zu kennen.

„Man kann zum Beispiel auch einfach Barsch eingeben. Hier findet man dann verschiedene Angaben, ein Foto, sogar eine Karte. Oder wenn man zum Angeln ins Ausland fahren will, kann man die entsprechenden Angaben über Fischarten des Landes erhalten. Und wenn man einfach nur wissen will, welche Fischart der Händler einem da angeboten hat, kann man sehen, woher der Fisch kommt - und manchmal findet man sogar ein passendes Rezept! Hier, das ist ja lecker!"

Sybille Neveling

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