Verhütung

40 Jahre Pille

Eine Errungenschaft für viele schwedische Frauen hat heute 40jähriges Jubiläum: Die Pille. Immer mehr Mädchen und junge Frauen zwischen 15 und 19 verhüten mit ihr. Andere populäre Methoden, eine Schwangerschaft zu verhindern, sind in dieser Altersgruppe die Verhütungsspritze oder ein Implantat direkt unter der Haut, das Hormone absondert. Nur: Gegen Geschlechtskrankheiten helfen alle diese Mittel nicht. Die Zahl der Syphiliserkrankungen stieg 2003 um 40 Prozent und immer mehr junge Frauen erkranken an Chlamydieninfektionen.

26.800 neue Fälle von Chlamydieninfektionen im vergangenen Jahr - so hoch war die Ziffer zuletzt im Jahr 1989. Die Betroffenen sind die ganz jungen Frauen zwischen 15 und 19. Gerade in dieser Altersgruppe macht man sich jedoch hauptsächlich Gedanken über ein anderes Problem, nämlich eine ungewollte Schwangerschaft.

Die 17jährige Ida Naess Holmberg hat bereits eine Abtreibung hinter sich: „Ich habe mich jetzt für ein Implantat unter der Haut entschieden, weil ich nicht der Typ für die Pille bin. Ich vergesse einfach, die zu nehmen. Jetzt fühle ich mich ganz sicher, denn es heißt ja, mit dem Implantat kann man gar nicht schwanger werden.“

Doch wie alle Hormonbehandlungen, ist auch das Implantat nicht ganz ohne Nebenwirkungen. Die 18jährige Nathalie Höök hatte Blutungen und ließ ihr Implantat nach drei Monaten entfernen. Jetzt will sie mit Kondomen verhüten, doch das ist nicht gerade einfach, stellt sie fest: „Ich vergesse das Kondom fast immer. Man will ja auch natürlichen Sex haben und nicht ein Gummi dazwischen. Aber es ist auch dämlich, sich nicht zu schützen.“

Ohne „Präser"

Wie Nathalie Höök geht es vielen jungen Frauen. Ein Kondom ist umständlich und außerdem muss man mit dem Sexualpartner darüber reden. Nicht nur, dass das vielen peinlich ist - das Kondom ist auch bei vielen Männern unbeliebt: „Ich will kein Präser benutzen, das ist einfach nicht so schön", sagt ein junger Mann, der lieber anonym bleiben will. Ihm ist es Recht, dass sich die Frauen um die Verhütung kümmern.

Auch bei den Männern ist also die Angst vor einer ungewollten Vaterschaft größer als die vor einer Geschlechtskrankheit. Dabei ist besonders die Chlamydieninfektion tückisch, denn: Nicht immer bricht die Krankheit aus, man kann die Bakterien jahrelang im Körper tragen und sich für kerngesund halten. Das Fatale dabei: Trotzdem wird die Krankheit übertragen.

Eine unbehandelte Chlamydieninfektion schadet den Eileitern. So ist die Zahl der Bauchhöhlenschwangerschaften parallel zu den Infektionen gestiegen. Im schlimmsten Fall kann eine Chlamydieninfektion sogar zu Unfruchtbarkeit führen. Neue Studien zeigen, dass die Bakterien stärker als bisher angenommen auch die Zeugungsfähigkeit von Männern negativ beeinflussen.

Liv Heidbüchel

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